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Norddeutsche Meisterschaften in Hamburg

Mit einem kleinem aber hochkarätigem Team präsentierten sich unsere Schützlinge von ihrer neongelbsten Seite bei den diesjährigen NDM in Hamburg.
Anna-Sophie hat an diesem Wochenende einmal mehr bewiesen, dass ihre sportliche Entwicklung begeistert! In keinem ihrer Hallenrennen wurde sie in diesem Jahr bezwungen. Bei der NDM über 200m kam sie leider :-) nur auf Platz 2, da man ihr den verdienten Finallauf mit Konkurrenz durch einen Setzfehler vorenthielt. Somit gab es im 13. Rennen wieder nur sie und die Uhr. Das ist schade. Mit 24,74s steht aber dennoch eine grandiose Bestleistung für sie zu Buche.
Über 400m, ihrer Hausstrecke, war sie hingegen nicht zu bezwingen. In ihrer Altersklasse markiert sie Platz eins in der Deutschen Bestenliste und bleibt bei dieser Tatsache ebenso gelassen wie bei der herausragenden Zeit von 56,00s, die einen neuen Landesrekord bedeuteten. Anna wird nicht euphorisch bei Erfolgen, ist aber keineswegs gleichgültig oder uninteressiert. Sie liebt den Sport und sie gibt alles, aber sie macht kein Tagesgeschäft daraus. Sie möchte gewinnen. Das genügt. Es macht sehr viel Freude Anna zu begleiten und ihr dabei zuzuschauen wie sie ihren Weg geht… unaufgeregt aber konsequent und besonders effizient. 3-4 Einheiten in der Woche scheinen zu genügen, um dem Körper mit Training und Erholung auf solch rasante Entwicklung einzustimmen. Das wollen wir uns erhalten. Ich freue mich auf die kommenden Monate.
Pascal kam an diesem Wochenende nicht auf sein gewohnt starkes Level. Der Vorlauf und Endlauf über 200m sollten einfach nicht gelingen. Nach eigenem Empfinden hat er sich nicht getroffen. Solche Tage gibt es, man gibt alles und irgendwie passt nichts richtig zusammen. Mit Platz 3 hinter den beiden Magdeburgern musste er sich vorerst zufrieden geben. Jetzt gilt es nur noch die Beine aufzufrischen und bei den DM in Karlsruhe wieder topfit an den Start zu gehen.
Isabell hatte am Samstag über 1500m noch etwas Schwierigkeiten mit dem Rennverlauf. Das Tempowechselspiel mit Johanna lief ungünstig für ihre letzten Runden und somit durfte sie mit 4:33,51min und Rang 2 zunächst zufrieden sein. Auf die 800m am Sonntag musste sie leider verzichten. Kenneth hat an diesem Wochenende konstant gute Leistungen gezeigt, konnte aber aufgrund von Krankheiten und Trainingsausfällen nicht mit den erhofften Leistungssprüngen aufwarten. Der Sommer wird ihm besser gefallen!

Stig war leider auch vom Pech verfolgt. Er bekam über 1500m den schlechteren Lauf zugeteilt und machte genauso wie Anna die Zeit mit sich selbst aus. Es ist schon schade, wenn man so um seine Zeit gebracht wird, denn alleine vorneweg gelaufen ist so ein Wettkampf nichts anderes, als ein besserer Trainingslauf. Mit 3:57,07min und Platz 6 trennten ihn nur etwas mehr als 3sec von Rang 1, was sicherlich im Bereich des möglichen lag.
Nur allzu logisch kann man im direkten Vergleich zusätzliche Kräfte mobilisieren und vom Tempowechselspiel profitieren. Enttäuscht darüber war er sich am Abend gar nicht sicher, ob er überhaupt am nächsten Tag die 800m laufen wird. Am Sonntag entschied er sich dann für seine Schlittschuhe und powerte sich auf dem Eis aus. Irgendwann kam es ihm dann in den Sinn doch noch nach Hamburg zu fahren und 4 Runden zu laufen :-) !
Die 1:58,38min seien ihm nach der Knochenarbeit auf dem Eis verziehen. Die Zeit steht ebensowenig für sein derzeitiges Leistungsvermögen wie bei den 1500m. So kann es nicht anders sein, als dass sich seine ganze geballte Kraft am 10.3. in Ohrdruf entlädt und er versuchen wird seinen Deutschen Cross-Titel zu verteidigen. Hoffen wir das Beste!
Jan-Eric hat nach seinem tollen 1500m Lauf bei der LM die 3000m im Vesier gehabt. Mit 9:17min war er sicher nicht ganz zufrieden, aber nach so langer Pause ist die Hallensaison sicherlich nur Durchgangsstation und eine erste Standortbestimmung für den Sommer. Rieka startete nach ihrem Ausflug auf die 1500m wieder über 800m und kam mit 2:34,94min nicht auf die langersehnte Bestzeit. Mit Geduld und Beharrlichkeit wird es im Sommer klappen. Es kann gar nicht anders sein ;-) !

2012

Liebe Leichtathleten!
Alles ist mal wieder neu, nicht nur das Jahr und die guten Vorsätze sondern auch die Ziele unserer Athleten. Dieses Jahr überschlägt sich förmlich an Höhepunkten, wie es die Mayas nicht besser hätten voraussagen können!
Neben den ‘handelsüblichen’ Deutschen Meisterschaften in der Halle, im Cross und in der Freiluftsaison schmiegen sich Länderkämpfe, Ausscheidungsrennen, Meetings und internationale Wettkämpfe so geschmeidig um unsere Athleten, dass wir gespannt sein können, ob wir dieses Jahr unsere Talente zu den U20 Weltmeisterschaften nach Barcelona, den Europameisterschaften in Helsinki oder sogar zu den Olympischen Spielen nach London schicken dürfen! Jeder weiß, dass das kein Spaziergang ist, aber es gibt reelle Chancen für einige unserer Topathleten dabei zu sein. Schauen wir mal was der Frühling bringt.

Was die Halle bringt konnte man schon freudig an den vergangenen beiden Wochenenden begutachten. Die Landesmeisterschaften, natürlich auch neu und frisch umbenannt in U20 U18 und U16, verliefen ganz im Sinne unserer neongelben Trikots.
Allen voran preschte Anna-Sophie an zwei Wochenenden zu 6 Landesmeistertiteln und war über alle Sprintdistanzen bei den U18 und U20 nicht zu bezwingen. Da sie uns nicht bei den Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen beglücken kann, stehen am folgenden Wochenende bei den Norddeutschen Meisterschaften ihre letzten zwei Rennen der Hallensaison an. Über 400m wird sie nochmal versuchen alles zu geben, um den Landesrekord zu knacken, den sie bei ihrem letzten Start nur um 9 Hundertstel verpasst hat. Wenn nicht, auch nicht schlimm…
Maya hat nach hartem Trainingslager in Portugal ordentlich Erschöpfung mit in die Hallensaison genommen und wirkte noch nicht wieder frisch in ihren Schritten. Dennoch erzielte sie beachtliche Leistungen, die nach entsprechender Erholung mit Sicherheit deutlich besser ausfallen. Neben den DM in Sindelfingen stehen auch die DM Cross wieder ganz fest auf ihrem Zettel, wo sie schon zum zweiten Mal ihren Titel verteidigen darf! Für Maya aber ist das große Ziel 2012 die Teilnahme an der U20 WM in Barcelona. Der Winter ist Durchgangsstation und ein erster Formcheck. Ganz nebenbei lief sie dann letztes Wochenende im Alleingang zu einem neuen Landesrekord über die 3000m! Folgerichtig lässt sie nun die NDM am Wochenende aus um nocheinmal zu regenerieren, Kraft zu tanken und frisch und erholt zu den DM nach Sindelfingen zu reisen. Begleiten wird sie dabei zum einen ihr Teamkamerad Hendrik, der in einem perfekt getimeten Rennen die Quali über 1500m erzielen konnte, da sein Bruder Jan-Eric hervorragende Tempoarbeit abgeliefert hat. Isabell komplettiert unser Erfolgstrio und wird ebenfalls über 1500m starten. Sie hatte auch eine harte Vorbereitung und ist mit entsprechender Ermüdung vergangenes Wochenende in die Hallensaison eingestiegen. Nach verpatztem Tempo kam leider nicht die erwünschte Zielzeit heraus, was aber dieses Wochenende korrigiert wird. Mit einem Doppelstart über 800m und 1500m wird sie ihre Abschlussbelastung vor den DM in Sindelfingen angehen, da sie auch bei der DM der Frauen in Karlsruhe an den Start gehen wird. Für sie ist ebenso wie für Maya Barcelona das große Ziel für den Sommer. Beide befinden sich auf einem sehr guten Weg. Drücken wir die Daumen!
Pascal erzielte über 60m eine neue Bestzeit und qualifizierte sich für die DM in Karlsruhe über 200m. Ein wichtiger Zwischenschritt für ihn, dass seine Sprintfähigkeit weiter verbessert wird, damit er über 400m wieder konkurrenzfähig wird. Er hat noch einen langen Weg vor sich und der ist mit einer gleichzeitigen Ausbildung sicherlich nicht einfach, aber möglich! Die Chancen für eine Teilnahme an der EM und den OS sind da. Eine Staffelteilnahme sehr gut möglich. Die nächsten Wochen werden zeigen, was er noch über 200m zulegen kann, denn mit 21,78s ist er nur noch 17 Hundertstel von seinem eigenen Landesrekord entfernt.
Arians Krafttraining trägt langsam Früchte. Trotz geringem Techniktraining konnte er das Kugelstoßen der U18 mit ansprechender Weite gewinnen.
Ebenfalls noch der U18-Klasse angehörend sprintete Kenneth zwar wieder vorne mit , konnte aber nicht ganz an die letzte “Sommerform” anknüpfen. 100%ige Gesundheit , aber auch mentale Stärke sind eben immer gefordert um Topleistungen abrufen zu können. ;-)
Obwohl äußerst nervös am Start und auch nach etwas zu verhaltener ersten Rennhälfte, erreichte Rieka ihre beste Platzierung über die 400m.
Stig muß sich nun dauerhaft der Männerklasse stellen. In seinem 3000m Rennen konnte er lange Pacemaker Steffen Uliczka und dem so gezogenen Falko Vehling folgen , mußte dann aber dann doch abreißen lassen und die letzten 1000m alleine das Tempo hochhalten. Dennoch sind 8:30,50min dann durchaus zufriedenstellend. :-)
Wortwörtliche “Leistungssprünge” vollzieht derzeit Lasse. Als A-Schüler sicherte er sich die Landesmeistertitel im Weitsprung (6,00m) und Hochsprung (1,80m). Aber auch seine Leistung mit dem Stab (3,30m) , im Sprint über die Hürden und starke 38,97s über 300m deuten auf ein tolles Mehrkampfniveau. Beim Hochsprungwettkampf der U18 durfte er dann mal die “Handbremse” lösen und kratzte gar an den 1,90m. Letztendlich übersprungene 1,87m bedeuten dennoch ein nationales Spitzenergebnis seiner Altersklasse.
Da paßt dann auch die erlösende Nachricht von den nun doch stattfindenden DM U16 im Mehrkampf in der Freiluftsaison.
Der Sommer kann kommen! :-)
Etwas im schatten dieser Leistungen haben dieses Jahr einige Youngster ihre ersten Landesmeisterschaften im Hamburger Glaspalast erlebt und auch für mehrere Lichtblicke gesorgt.
Allen voran Tim. Er erreichte in seinem zweiten Kugelstoßwettkampf die Vizelandesmeisterschaft. Respekt. :-)
Aber auch Jan , Jonas , Philipp und Johannes erreichten in ungewohnter und aufregender Athmosphäre , Platzierungen unter den ersten Acht. Macht weiter so!

Isabell trotzt ihrer Nervosität

Kameras wohin man schaut und Zuschauer en masse! Das kennt man doch eigentlich nur vom Fußball? Eigentlich…
In Kassel ist die Leichtathletik eine sehr angenommene Sportart. Die Zuschauer unterstützen die Aktiven am vergangenen Wochenende zahlreich. Zuschauerrekord! Über 60.000 Augen ;-) (hört sich gleich viel besser an) verfolgten die spannenden Wettkämpfe im Auestadion. Isabell mittendrin und reichlich nervös. Sie fragte sich im Callroom: “Bin ich hier die einzige, die aufgeregt ist?” Zumindest war sie die jüngste im Feld. Ziel war es, eine persönliche Bestzeit aufzustellen und nicht letzte zu werden. Beide Ziele schienen zwar lösbare Aufgaben zu sein, aber da das Feld eine enorme Leistungsspanne hatte musste man auf einen günstigen Verlauf hoffen. Isa konnte ihre Nervosität rasch in den Griff bekommen und war von Beginn an konzentriert. Lücken versuchte sie zu schließen, falls nicht unbedingt notwendig, ließ sie sich auch nicht überholen, versuchte aber auch nicht ganz vorne mitzugehen, denn bei Harrer und Sujew im Gepäck hätte es nur schwere Beine gehagelt. Nach kontrollierter Anfangsphase traute sie sich etwas vor, forcierte den Schritt und setzte die letzten 200m nochmal zu einem Endspurt an. Mit 4:25,98s gelang ihr eine Bestzeit und Platz 7. Für eine erste Meisterschaft bei den Frauen eine ganz tolle Leistung.

Mental gestärkt und hochmotiviert geht es nun zu den Jugendmeisterschaften nach Jena!
Hier stehen dann die 800m im Blickpunkt für Isa, die mit sich selbst auf dieser Distanz noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Eine Bestzeit ist auch hier gewünscht ;-) !
Mit Maya über 1500m/3000m und Stig über 3000m haben die Rönnauer zwei dicke Eisen im Feuer.
Anna-Sophie wird die Konkurrenz ein wenig oder gewaltig ärgern und Kenneth setzt ein Ausrufezeichen hinter eine äußerst gelungenen Saison.

Wir alle freuen uns!

DM in Kassel

Mit Josefina, Isabell und Pascal waren an diesem Wochenende gleich drei SCR-Athleten bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel mit von der Partie.
Isabell machte am Samstag den Anfang über 1500m. Eigentlich hatten wir darauf spekuliert, dass die Vorläufe wie im Vorjahr ausfallen, aber daraus wurde nichts. Obwohl nur 13 Athletinnen ihre Stellplatzkarte abgegeben hatten, liefen die Frauen 2 Vorläufe, damit schließlich nur eine ausscheidet :-( . Man entschied sich dazu zu laufen, damit die Zuschauer etwas geboten bekommen, da sie auch Eintritt bezahlt hatten. Aus Rönnauer Sicht hieß es also nicht letzte werden, um ins Finale zu kommen. In einem taktischen Rennen bummelten die Läuferinnen mit der jahresschnellsten Harrer 1100m vor sich hin, bis Corinna die Schlussrunde angezogen hatte. Bis dahin war das Feld recht dicht beieinander. Isa konnte den Schlussspurt ganz gut mitgehen und ließ zwei Konkurentinnen hinter sich zurück. Das Finale war geschafft, die Zeit unerheblich.

Pascal war mit gemischten Gefühlen angereist und blickt auf eine Saison zurück, die trotz sehr guter Vorbereitung durch seine Hände glitt. Seit dem Trainingslager in Chiclana machten neben einer Muskelverletzung immer wiederkehrende Infekte einen kontinuierlichen Formaufbau unmöglich. Seine 400m-Zeiten waren national betrachtet einfach keine Top-Zeiten und auch Pascal wurde nicht annähernd seinen eigenen Ansprüchen gerecht. So sehr hatten wir eine Bestzeit und auch die WM im Blick. Der Körper sagte wieder und wieder nein und so stand er an diesem Wochenende vor seinem letzten Versuch, in dieser Saison doch noch auf Touren zu kommen. Couragiert ging er die ersten 200m in 22,4s an und lag kurzfristig vorne. In der Kurve zog der in dieser Saison übermächtige Thomas Schneider an ihm vorbei. Pascal wollte sich reinhängen, aber seine Beine signalisierten ihm: “das wird nichts…!” Auf der Zielgeraden wurde er von zwei weiteren Kontrahenten überholt und musste als vierter mit einer Zeit von 47,31s und Platz 12 seine letzte Hoffnung auf einen Finalplatz begraben. Pascal war trotzdem zufrieden, nicht mit der Zeit, aber mit sich selbst. Er hat alles gegeben, aber der Akku war nicht voll. Dann geht es nicht. Wer Pascal kennt, der weiß, auch wenn er jetzt 3 Jahre hinter sich hat, die nicht so liefen wie gewünscht, dass er zurückkommen wird. Auch wenn er schon sehr viel Geduld aufgebracht hat. Jetzt erst recht!

Josefina war laut Meldeleistung keine Favoritin für eine Endlaufteilnahme. Da es auch keine Zwischenläufe gab, hieß es also, alles auf eine Karte zu setzen, um sich mit einer tollen 100m Zeit aus der Saison zu verabschieden. Josefina hatte in diesem Jahr ihr Abitur gemacht und nicht immer so trainieren können wie sie wollte. Zuletzt tat ihr das Knie weh und so musste sie vor den Deutschen Meisterschaften mit Physiotherapie und Pause die Zeit zur Genesung nutzen. Josi ist aber eine Meisterschaftsläuferin. Sie hat die Fähigkeit sich auf den Punkt zu motivieren und an ihre Grenzen zu gehen. Bislang lief sie ihre Rennen stets mit Gegenwind.
Wieso sollte es in Kassel anders sein? Mit 2,1m Gegenwind lief sie 11,99s!!! Was war das für ein Rennen. Kurz vor dem Schuss sackte sie in ihren Startblock zurück, “reagierte” als letzte, setzte einen zögerlichen Schritt und “zack” waren alle anderen ein Schritt voraus. Hier sind mindestens 15 Hundertstel liegen geblieben. Danach rannte sie ein irres Rennen. Nach dem verpatzen Start drehte sie auf, kam in ihrem Fliegendsprint auf Geschwindigkeiten, die bislang unmöglich waren und rollte das Feld von hinten auf. In der Endabrechnung wurde sie 10.! Nur 3 Hundertstel haben zum Finaleinzug gefehlt!!! Da mag man gar nicht über den Start und verlorene 15 Hundertstel oder Gegenwind nachdenken :-( .
Dieses Rennen hätte eine neue Bestzeit verdient und sie wäre auch gefallen. Alleine ohne Gegenwind wäre dies eine 11,85s geworden…
Nicht grämen! Aber so ist sie auch nicht. Heute geht es nach Paris und dort verbringt sie eine Woche Urlaub mit ihrer Familie! Schon bald wird sie Deutschland für längere Zeit hinter sich lassen. Es zieht sie nach Barcelona. Work&Travel heißt sowas ja gewöhnlich, aber wer Josi kennt der weiß was das eigentlich ist ;-) !
Wahrscheinlich wird es eine:
“Work&Chill&Travel&Social&Confusing&Depressing&Lovely&Bestplaceever&Friends&
Ineedtocomehome&Sportismylife&Iwillstayhereforever&Thisisme”-Zeit!

Viel Spass, Josi!

…und eine schöne Zeit!

…to be continued soon!


Maya läuft U18WM-Norm!

Bei der DLV Gala in Regensburg am 4.6. starteten Maya und ihr Bruder Stig über 1500m.

Hierbei gelang auf Anhieb ein sensationelle Saisoneinstieg für das Geschwisterpaar. Stieg erzielte mit herausragenden 3:54,44min eine neue Bestleistung und nachdem er schon über die 1000m in Hamburg Bergedorf eine 2:30min gelaufen ist, untermauerte er damit wiedereinmal genauso wie Maya eine ungeheure Leistungsbreite in den unterschiedlichen Distanzen. Maya lief sensationell die Qualifikationsnorm für die U18 WM im französichen Lille. Mit 4:23,91s verbesserte sie sogar ihren eigenen Landesrekord um fast 5 Sekunden. Diese besondere Leistung wurde später mit der Nominierung in das DLV-Aufgebot belohnt. Sie ist nach ihrem Einsatz bei der Cross-EM dieses Jahr bereits zu ihrem 2. Einsatz im Nationaltrikot berufen worden!
Herzlichen Glückwunsch an Maya und ihre Coaches Carmen und Jost!

Hier ein toller Kurzbericht von Maya:

Normalerweise fährt man wohl nicht am Wettkampftag 7 Stunden Auto. Bei uns hat es sich mittlerweile jedoch bewährt, auch wenn man von dem einen oder anderen mit einem „die sind doch verrückt“-Ausdruck im Gesicht angeschaut wird.
So sind wir also Samstag früh um 4 schlaftrunken ins Auto gestiegen, um die Fahrt nach Regensburg in Angriff zu nehmen. Stig und ich konnten uns beide „ausstrecken“ und noch 5 Stunden (mehr oder weniger gut) schlafen. Gegen elf Uhr zahlte sich das frühe Aufstehen aus, denn langsam wurden die Temperaturen im Auto unangenehm. Angekommen in einem netten Stadion mit leichtem Wind hieß es nun warten. Denn der Start war erst gegen 19 Uhr. Erneut legten wir uns hin, diesmal etwas bequemer unter einen Baum in den Schatten. Bis um 15 Uhr haben wir außer essen und schlafen also nichts getan, und dennoch fühlte ich mich so müde und schlapp wie seit langem nicht mehr. Dass das jedoch eins der besten Vorzeichen ist, sollte sich auch heute wieder bestätigen. Langsam stieg die Nervosität, ich machte mir meine Gedanken über meine Erwartungen. So schwankte ich zwischen „bloß nicht zu viel vornehmen“ und „wenn ich nicht an mich glaub dann wird das sowieso nichts“. Ich entschied mich dafür, auf Risiko zu gehen, und auch Carmen meinte: „ 4:25 packst du.“ Ich musste nur noch mich selbst davon überzeugen, was bei 6 Wochen alibi-Training aufgrund einer Knieverletzung gar nicht so leicht war. Richtig ins Training einsteigen konnte ich erst vor 2 Wochen wieder, also bestand keinerlei Garantie, und mit einer Zeit bis 4:35 hätte ich einigermaßen zufrieden sein können. Doch habe ich einen Bruder, Kim, der mir wohl am meisten dabei geholfen hat an eine 4:25 zu glauben. Schließlich läuft er schon lange nach dem Prinzip „Training wird überbewertet“ und erzielt trotzdem Leistungen, die bei seinem Trainingsaufwand keiner erwartet. Auch mein Aufwärmprogramm fiel diesmal etwas kürzer aus, denn hier und da spürte ich eine meiner momentan doch zahlreichen Wehwehchen. So beschäftigte ich mich hauptsächlich mit lockerem Laufen und lies einen Großteil der Koordination weg. Pünktlich 10 Minuten vorm Start verschwanden jedoch auch die letzten Beschwerden, und es konnte losgehen. Ich war vom Start weg zweite, hinter Corinna Harrer, welche sich nach ihrem Sieg über 800m bereit erklärt hatte, die ersten 1000m Tempo zu machen. Ihre Zielzeit: 4:24. Für mich also perfekt. Allerdings hatte ich, da ich mit der 14. schnellsten Zeit gemeldet war, nicht damit gerechnet so weit vorne zu laufen. Nachdem aber keiner anstalten machte zu überholen, entschied ich mich wieder fürs Risiko: Einfach dran bleiben bis es nicht mehr geht, mit Glück sind dann 1500m rum. Und so lief es. Als Corinna nach 1000m sehr guter Führungsarbeit ausstieg war ich zunächst etwas erstaunt vorne zu laufen, und außerdem erstaunt, dass die Zwischenzeit noch stimmte. In diesem kurzen Moment zogen auch schon 3 Läuferinnen an mir vorbei. Die letzte Runde war angebrochen, wenn wir das Tempo jetzt hielten wäre die WM-Quali geschafft. Die letzte Runde lief nun nicht mehr ganz optimal. Beim Versuch in der Kurve zu überholen, verschenkte ich unnötig Kraft. Auf den letzten 200m passierte dann im Ansatz, was viele schon viel früher erwartet hatten. Es ging nicht schneller, ich kam auch auf den letzten 50m nicht mehr in diesen typischen Schlussspurt rein. Aber wer hätte gedacht, dass das die einzige Auswirkung von 6 Wochen Trainingspause sein würde? Für mich lief das Rennen also perfekt: Quali gelaufen und gleichzeitig noch was gelernt. Als die Zeit für mich bei 4:23,91 stehen blieb fiel ein seit mitte April andauernder Zweifel von mir. Denn seit einem Fahrradsturz war mein Knie angeschlagen, ein vernünftiger Trainingsaufbau also nicht möglich. Dass die Quali jetzt bei meinem ersten Wettkampf auf der Bahn fällt, hätte ich mir selbst vor der Verletzungspause kaum träumen lassen. Zumal mein Training ja eigentlich auf 3000m ausgelegt war…

Maya

Danke Maya!
Und wir Trainer müssen wohl genauso feststellen, dass eben nicht alles planbar oder vorhersagbar ist.

Was bislang geschah… Teil 1

Im Nachfolgenden versuche ich einmal chronologisch aufzuarbeiten, was sich seit Anfang April so alles getan hat. Dies nun allerdings in aller Kürze und ohne gewohnten Text! Es ist gut möglich, dass einige Leistungen oder Wettkämpfe nicht vollständig nachgetragen werden.

Allen Leistungen gebührt große Anerkennung!

09.04. LM Straße 5km/10km Kiel
5km
M14 Kjell Rehberg 18:25min 1. Platz
10km
WJB Maya Rehberg 35:50min 1. Platz
WJA Nadja Willenborg 40:11min 1. Platz
WJA Rieka Suhr 44:50min 4. Platz
MJA Hendrik Bostelmann-Arp 35:33min 1. Platz
MJA Fabian Rottgardt 46:13min 6. Platz
M Kim Lasse Rehberg 31:57min 6. Platz
M Mirco Plewka 40:19min
M40 Adao Norte da Silva 36:18min 7. Platz
M50 Jörn Boller 42:50min 10. Platz

01.05. Kaltenkirchener Stadtlauf
5km
M Adao Norte da Silva 17:21min 2. Platz
F Andrea Diethers 19:00min 1. Platz
M11 Noah Fredrich 19:08min 1. Platz
M11 Fabian Wudtke 23:25min 3. Platz
M12 Lukas Seehaus 22:58min 6. Platz
M12 Lukas Schritt 23:09min 7. Platz
W12 Hannah Dittrich 24:18min 3. Platz
M13 Jonas Carstens 21:38min 2. Platz

08.05. LM Langstaffeln Hamburg Bergedorf
3×1000m
MJA Hendrik, Björn, Stig 7:53,98min 1. Platz
3×800m
WJA Rieka, Nadja, Isabell 7:26,12min Tapfere Rieka!
Sie war im Gerangel gestürzt. Die Staffel durfte außer Konkurrenz noch einmal laufen!
3×1000m
SA Jonas, Kjell, Lasse 9:47,24min 3. Platz

22.05. Hamburg Marathon DM
W20 Gesa Bohn 3:12,21min 4.Platz

29.05. LM 4×400m Preetz
MJA Hans, Björn, Kenneth, Hendrik 3:37min 1. Platz

02.06. Himmelfahrtssportfest Pinneberg
M 200m Marvin Scheller 23,29s 3.Platz
MJA 800m Svend-Bjarne Beil 2:01,73min 3. Platz
MJB 200m Kenneth Schöneck 23,31s 1. Platz
MJB 800m Björn Beckmann 2:04,39min 1. Platz
F 200m Josefina Elsler 24,81s 1. Platz
WJB 200m Anna-Sophie Bellerich 25,69s 1. Platz

05.06. Norderstedter Stadtlauf
5km
SiD Charleen Richter 23:51min 1. Platz
M Mirco Plewka 18:57min 2. Platz
MJA Fabian Rottgardt 20:48min 3. Platz
10km
F Andrea Diethers 38:25min 1. Platz
M Kim Lasse Rehberg 32:54min 1. Platz

Wir sind wieder da!

Liebe Leichtathletikfreunde!

In den letzten Monaten stand die Berichterstattung auf unser Homepage still. Dies hatte mehrere Gründe. Zunächst einmal sind Ralph Meyer und ich zeitlich so sehr eingespannt gewesen, dass es für uns gerade mal möglich war, den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten. In den vergangenen 2 Monaten ist zudem auch unser Homepagefachmann Jan Clausen erkrankt, der ansonsten immer für eine Aktualisierung auf unser Startseite sorgt und stets aktuelle Berichte, Ergebnisse, Pressemitteilungen und Links zu den Veranstaltungen bereitstellt.

Auf diesem Wege wünschen wir eine baldige Genesung!

Die Homepage ist eine zentrale Anlaufstation für uns Rönnauer Leichtathleten, aber auch überregional besteht ein großes Interesse an unserer Arbeit! Wir werden diese Saison einmal in den nächsten Tagen aufarbeiten, auf die bereits sagenhaften und außergewöhnlich starken Einzelleistungen näher eingehen und wollen auch den weiteren Saisonverlauf zeitnah begleiten. Nach dieser Saison möchte ich, dass wir mit Jan, den Trainern und einigen interessierten/versierten Athleten an einer Weiterentwicklung dieser Homepage arbeiten. Es bestehen eine Reihe von Ideen, die wir gemeinsam besprechen sollten.

An dieser Stelle möchten wir Trainer uns nochmal dafür entschuldigen, dass Berichte ausgeblieben sind.

In der kommenden Woche werden wir dann nach und nach die Ereignisse Revue passieren lassen und sollten ab den NDM in Celle am 9. und 10.7.2011 wieder auf Athletenhöhe sein.

Euer Sören

Stig mit bester Rönnauer Platzierung bei Jugend DM

Es ist ja unbestritten, dass in Leverkusen eine hervorragende Leichtathletikhalle steht und die Rahmenbedingungen sowieso von Haus aus andere sind, als wir es hier oben im Norden kennen und gewöhnt sind, aber so manch einer der vielen Besucher und Trainer, die vergeblich nach einer Möglichkeit suchten ihr Fahrzeug abzustellen, kam unweigerlich ins Grübeln. Aber auf diese Weise lernte man die Gegend rund um die tolle Leichtathletikanlage wie seine Westentasche kennen und schätzen! Diese kleine Unanehmlichkeit war aber sehr gut zu verschmerzen, denn nicht nur die tollen Leistungen der Rönnauer Athleten, sondern auch die tolle Bewirtung in der Caféteria, aus der nicht nur der Geruch frisch gerösteter Waffeln zog, sondern in der auch kein Wunsch offen blieb, sorgten für eine angenehme Atmosphäre.

Anna-Sophie machte am Samstag den Auftakt und durfte auch gleich ihre neuen Sprintspikes einweihen. Heute machte Anna schon ein wenig den Eindruck aufgeregt zu sein. Mit der Bahn 2 war für die groß gewachsene Sprinterin nicht die beste Ausgangsposition vorhanden, aber die Leichtathletik ist ja kein Wunschkonzert. Mit einem guten Start ging es durch die erste Kurve. Auf Bahn 3 lief eine Konkurrentin mit einer deutlich langsameren Zeit. Die Sprinterin auf der Außenbahn war Malena Richter und mit einer 55iger Zeit gemeldet, also zu gefährlich für Anna, um mitzugehen.
In der ersten Runde war Anna mit sehr viel Respekt unterwegs und reihte sich an Position 3 ein. Kurz darauf war sie ein wenig unglücklich darüber und entschied sich in der Kurve zu überholen. Das kostete Zeit und Energie. Etwa 150m vor dem Ziel lief ihr eine Gegnerin von hinten in die Ferse, sie konnte sich aber gleich wieder fangen und ungehindert weiterlaufen. Im Schlussspurt gab sie nochmal alles, um sich weiter nach vorne zu schieben. Mit ihren 57,68s konnte sie nach dem Rennverlauf sehr zufrieden sein und errang damit zudem einen tollen 14. Platz von insgesamt 29 Läuferinnen. Diese Erfahrungen einer Meisterschaft sind sehr viel Wert und helfen bei zukünftigen Starts mehr Selbstsicherheit und Routine in den Wettkampf mitzunehmen.
Es hat sehr viel Spass gemacht dir zuzuschauen, Anna, und zu beobachten wie toll du diese ganze Vorbereitung mitgemacht und mit welcher Einstellung du deinen Wettkampftag gestaltet hast - fast, als hättest du doch schon alles, was es so zu lernen gibt :-) !

Um 16:45 war es dann soweit. Die 1500m Asse Maya und Isabell machten sich auf, um gegen starke Konkurrenz ihren Vorlauf zu bestreiten. Zwei gab es davon, und die sollten es in sich haben. Normalerweise kann man es bei den Vorläufen ruhiger angehen lassen. Hier wäre das sehr fahrlässig. Bei einem Teilnehmerfeld, dass sich im Vorfeld der Meisterschaft in der Breite so stark präsentiert hat, musste das Rennen kontrolliert und relativ zügig angegangen werden. Jeweils 13 Teilnehmerinnen starteten in den Vorläufen. Maya und Isa waren im ersten Vorlauf. Mit 4:37,87min und 4:37,90min ging es dann für die beiden dann doch sicher ins Finale und die Erleichterung war erstmal groß, denn das Minimalziel war erreicht.

Am Sonnatag kam dann der mit Spannung erwartete Showdown. Wenn man in den Callroom geblickt hat konnte man die allgemeine Aufregung und Nervosität erkennen, die den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben war. Keiner wußte genau wo es hingehen wird. Gesa Filicitas Krause war auf Grund der Meldeleistung Favouritin und Isabell Ollesch sicherlich die Wattenscheider Geheimwaffe. Mit Lisa Jäsert stand eine weitere Treppchenaspirantin am Start. Die Plätze 4-8 waren aber weitestgehend offen und man weiß nie was in so einem Rennen alles passieren kann.
Ich habe lange überlegt wie das Rennen aussehen könnte und mich dann mit Isa besprochen. Carmen und Jost haben Maya eingestellt und so ging es für beide darum das Bestmögliche aus diesem Lauf für sich selbst, aber auch aus Rönnauer Sicht herauszuholen. Ich bin felsenfest überzeugt gewesen, dass dieses Rennen ein schnelles Rennen wird. Ich habe allerdings maximal mit einer 4:25 gerechnet, denn trotz der Vorbelastung war das immer noch möglich. Die Bundestrainer sahen das ähnlich. Während die Vorlaufschnellsten auf der äußeren Evolvente starteten, liefen Maya und Isa von Innen. Ohne größere Schwierigkeiten kamen beide gut durch die erste Kurve und reihten sich im vorderen Drittel ein. Maya wurde nach 70m kurz von einer nach innen ziehenden Läuferin touchiert, konnte aber super reagieren und weiter laufen, denn ein Sturz wäre fatal gewesen. Die ersten 500m waren sehr zügig, aber alles noch im grünen Bereich. Die Tempoverschärfung auf den zweiten 500m war enorm. Im Nachinhein ist klar, dass Isa dort nicht hätte mitgehen dürfen. Ich habe sie leider dazu ermuntert dran zu bleiben, in der guten Hoffnung, dass nach der Tempoverschärfung wieder rausgenommen wird, aber weder Gesa noch die aufkommende Isabell Ollesch machten den Anschein wieder vom Gaspedal zu gehen. Irgendwann bei der 800m Durchgangszeit war das Kind dann in den Brunnen gefallen. Isa konnte zwar bis 1100m das Tempo mitgehen, dann wurde ihr aber ihr Mut und meine eindeutige Fehleinschätzung zum Verhängnis. Sie hatte sich festgelaufen und verlor in den letzten beiden Runden etwa 9sec auf die beiden Führenden. Maya hatte währenddessen immer Anschluss gehalten hielt sich aber respektvoll und bedeckt etwas weiter zurück und hat es vermieden ganz vorne mit anzugreifen. Diese clevere und bedachte Einteilung ihrer Kräfte sollte schließlich auch belohnt werden. Mit der nötigen Erfahrung und auch Routine für das richtige Tempogefühl arbeitete sie sich Runde für Runde nach vorne ohne zu überpacen. Am Ende hatte sie genügend Körner um eine persönliche Bestzeit, einen neuen B-Jugend Landesrekord aufzustellen und einen hervorragenden 6. Platz zu ergattern. 4:29,87min stehen nun für sie zu Buche. Isa wurde 7. mit 4:31,51min.
In zwei Wochen geht es dann für Maya nochmal zu ihrem eigentlichen Höhepunkt, den Deutschen Crossmeisterschaften nach Löningen, wo sie als Titelverteidigerin auch dieses Jahr ihre klasse Form bestätigen möchte.
Isa, Rieka, Nadja und Hendrik sind auch dabei. Und Stig? Selbstverständlich auch :-), aber der hatte am Sonntag ersteinmal seinen 3000m Lauf auf dem Programm.

Stig hatte ähnlich wie Isa, die sich zwischen 800m und 1500m entscheiden musste, die Wahl, ob er 1500m oder die 3000m läuft. Über 1500m war eine Menge drin. Wenn man sich im Nachhinhein die Zeiten und den Rennverlauf anschaut, hätte Stig hier durchaus auf dem Treppchen landen können. Bei Isa sah es ähnlich aus. Beide suchten die Herausforderung aber auf der anspruchsvolleren Strecke und auch im Hinblick auf den Cross war es für Stig nochmal eine sehr gute Standortbestimmung.
Direkt nach dem Startschuss drückte er auf die Tube und führte das Feld ausgangs der Kurve an, um zum einen eine gute Position zu ergattern und sich mögliche Rempeleien zu ersparen zum anderen auch, um das Rennen aggressiv von vorne zu gestalten. Es war schnell klar, dass er sich viel vorgenommen hatte. Stig wußte genau, dass er sich nicht auf ein Bummelrennen einlassen durfte. Er blieb auch im weiteren Rennverlauf immer in der Spitzengruppe und als das Tempo im zweiten Kilometer ein wenig zu langsam war ging er wieder vor und erhöhte das Lauftempo. Die erwarteten Favouriten Tim Stegemann und Robel Mesgena hielten sich lange zurück und konzentrierten sich auf die Endphase. Hier ging dann wirklich nochmal die Post ab. Bis zwei Runden vor Schluss hatte Stig ausgezeichnet vorne mithalten können. Die letzte Tempoverschärfung war dann leider ein bisschen zuviel um dran zu bleiben. Als Fünfter und bester Rönnauer an diesem Wochenende lief Stig zu einer tollen neuen Bestzeit von 8:39,01min und hat mit dieser Leistung nicht nur seine sehr gute Entwicklung demonstriert sondern auch seinen Anschluss an die Deutsche Spitze über 1500m und 3000m untermauert.

Auch wenn mal keine Treppchenplätze für Rönnauer Athleten abgefallen sind, war das Niveau der gezeigten Leistungen extraklasse.
Isa wird mir hoffentlich bald meinen Fauxpas verzeihen, denn die Deutschen habe ich ihr leider ein wenig versaut.
In zwei Wochen geht es dann frisch und ausgeruht nach Löningen und ich hoffe auf tolle Leistungen bei den Crossmeisterschaften.

Neubrandenburg! Einmal mehr eine Reise wert!

Die fleißigen Helfer und Organisatoren rund um den SC Neubrandenburg, die nun schon seit etlichen Jahren hervorragende Arbeit leisten und für die Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften und andere Leichtathletikhighlights vielfach Ausrichter waren, bieten immer wieder eine beliebte Veranstaltung auf höchstem Niveau. Da die Anfahrt auch nicht so weit ist, freut man sich immer wieder auf genau diese Saisonhöhepunkte im Norden der Republik.
Dieses Jahr bildeten Anna-Sophie Bellerich, Isabell Teegen und Björn Beckmann das Trio, das bei den NDM nach Bestleistungen strebte. Während es für Björn über 800m zum Saisonabschluss darum ging die 800m-Zeit zu verbessern, bereiteten sich Anna-Sophie und Isabell abschließend auf ihre Deutschen Meisterschaften in Leverkusen vor. Maya und Stig verzichteten auf einen letzten Leistungstest, da sie auch schon mehr Starts in den Knochen hatten und haben stattdessen an diesem Wochenende ein Kurztrainingslager eingelegt, um den letzten Schliff für ihren Höhepunkt bei den DM zu bekommen.

Anna-Sophie machte an diesem Wochenende den Anfang. Als vierte ist sie laut Meldeliste angereist und war voller Tatendrang, um die 57s Schallmauer zu durchbrechen. Nachdem die Laufeinteilung ausgehängt wurde, musste ich erstmal schlucken, da Anna einen langsameren Lauf bekommen hatte. Die drei erstgesetzten Mädchen liefen gemeinsam. Somit war das Rennen wieder ein einsames. Von Beginn an dominierte sie zwar ihren Lauf, sah aber bis zur Ziellinie niemanden vor sich. So ist es natürlich schwierig ein paar extra Körner locker zu machen, um sich zu verbessern. Mit 57,21s lief sie nahezu die identische Zeit aus Hamburg und war in der Endabrechnung fünfte. Kein Grund traurig zu sein, aber nun wissen wir immer noch nicht was unsere “Hobbyleichtathletin” eigentlich kann. Na, das wird spannend in Leverkusen!

Björn versuchte am Sonntag seine 2min endlich zu knacken. Der Schuss ertönt und alle laufen los, nur Björn später als der Rest und nicht mit dem nötigen Biss auf den ersten Metern. Nach 20m war er am Ende des Feldes. Nicht die Ausgangsposition, die einen optimalen Rennverlauf begünstigt. Naja, Björn schafft sich gerne zusätzliche Aufgaben :-) ! Nach der ersten Kurve fing er das Überholen an, ließ sich aber wieder einkesseln, kam aus dem Tritt, musste wieder Frequenz fassen, ging in den Kurven raus und überholte einen nach dem anderen. Meistens in der Kurve :-( ! Ja, warum ein einfaches Rennen, wenn man es auch schwer haben kann? Naja, es ging so weiter und weiter, bis er schließlich nur noch einen vor sich hatte und nur knapp hinter ihm seinen Brustkorb über die Ziellinie presste. Bestleistung! 2:01,85min! Das ist angesichts des Rennverlaufs beachtlich, aber es wird einmal mehr ein Rennen der verpassten Chancen. Nichtsdestotrotz geht Björn mit einer klasse Leistung in die Sommervorbereitung. Gegenüber dem Vorjahr steigerte er seine Hallenbestzeit um fast 6 Sekunden!

Isabell startete bei den Frauen über 800m, und erhoffte sich hier ein starkes Feld. Laut Meldeliste waren einige Hochkaräter dabei, die ihr ordentlich hätten einheizen können… Daraus wurde leider nichts. Eine nach der nächsten sagte ab, bis auf Jana Sussman. Gott sei Dank, denn sonst hätte es der Jugendlauf auch getan. Jana war am Vortag schon über 1500m am Start und lief in 4:20 ein klasse Rennen. Sie fühlte sich aber frisch genug für einen Doppelstart und konnte somit Isabell zur Seite stehen.
Isabell hatte ganz fest die 2:10 im Visier und die Durchgangszeiten für jede Runde waren besprochen. Jana erklärte sich bereit die ersten beiden Runden Tempo zu machen und dann sollten sie sich abwechseln. Jana machte das ganze super, denn sie rannte mit 63,6s die ersten 400m an. Dann sollte Isa vorbeigehen, aber nur wie? Jana sagte später: “Naja, ich hab sie die ganze Zeit gehört und sie war so dicht und da hab ich mir gedacht, nö! Ich lass sie nicht vorbei!” Das sagte sie natürlich mit einem Grinsen im Gesicht. Sie war aber auch für Isa eine Nummer zu stark an diesem Wochenende. Isa fightete bis zum Schluss und wurde mit einer fantastischen Zeit und neuem Landesrekord mit 2:09,80s belohnt. Also, die Deutschen können kommen. Eigentlich war für Isa klar es werden die 1500m. So ganz sicher ist sie sich aber noch nicht.
Wir lassen uns überraschen.