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Maya läuft U18WM-Norm!

Bei der DLV Gala in Regensburg am 4.6. starteten Maya und ihr Bruder Stig über 1500m.

Hierbei gelang auf Anhieb ein sensationelle Saisoneinstieg für das Geschwisterpaar. Stieg erzielte mit herausragenden 3:54,44min eine neue Bestleistung und nachdem er schon über die 1000m in Hamburg Bergedorf eine 2:30min gelaufen ist, untermauerte er damit wiedereinmal genauso wie Maya eine ungeheure Leistungsbreite in den unterschiedlichen Distanzen. Maya lief sensationell die Qualifikationsnorm für die U18 WM im französichen Lille. Mit 4:23,91s verbesserte sie sogar ihren eigenen Landesrekord um fast 5 Sekunden. Diese besondere Leistung wurde später mit der Nominierung in das DLV-Aufgebot belohnt. Sie ist nach ihrem Einsatz bei der Cross-EM dieses Jahr bereits zu ihrem 2. Einsatz im Nationaltrikot berufen worden!
Herzlichen Glückwunsch an Maya und ihre Coaches Carmen und Jost!

Hier ein toller Kurzbericht von Maya:

Normalerweise fährt man wohl nicht am Wettkampftag 7 Stunden Auto. Bei uns hat es sich mittlerweile jedoch bewährt, auch wenn man von dem einen oder anderen mit einem „die sind doch verrückt“-Ausdruck im Gesicht angeschaut wird.
So sind wir also Samstag früh um 4 schlaftrunken ins Auto gestiegen, um die Fahrt nach Regensburg in Angriff zu nehmen. Stig und ich konnten uns beide „ausstrecken“ und noch 5 Stunden (mehr oder weniger gut) schlafen. Gegen elf Uhr zahlte sich das frühe Aufstehen aus, denn langsam wurden die Temperaturen im Auto unangenehm. Angekommen in einem netten Stadion mit leichtem Wind hieß es nun warten. Denn der Start war erst gegen 19 Uhr. Erneut legten wir uns hin, diesmal etwas bequemer unter einen Baum in den Schatten. Bis um 15 Uhr haben wir außer essen und schlafen also nichts getan, und dennoch fühlte ich mich so müde und schlapp wie seit langem nicht mehr. Dass das jedoch eins der besten Vorzeichen ist, sollte sich auch heute wieder bestätigen. Langsam stieg die Nervosität, ich machte mir meine Gedanken über meine Erwartungen. So schwankte ich zwischen „bloß nicht zu viel vornehmen“ und „wenn ich nicht an mich glaub dann wird das sowieso nichts“. Ich entschied mich dafür, auf Risiko zu gehen, und auch Carmen meinte: „ 4:25 packst du.“ Ich musste nur noch mich selbst davon überzeugen, was bei 6 Wochen alibi-Training aufgrund einer Knieverletzung gar nicht so leicht war. Richtig ins Training einsteigen konnte ich erst vor 2 Wochen wieder, also bestand keinerlei Garantie, und mit einer Zeit bis 4:35 hätte ich einigermaßen zufrieden sein können. Doch habe ich einen Bruder, Kim, der mir wohl am meisten dabei geholfen hat an eine 4:25 zu glauben. Schließlich läuft er schon lange nach dem Prinzip „Training wird überbewertet“ und erzielt trotzdem Leistungen, die bei seinem Trainingsaufwand keiner erwartet. Auch mein Aufwärmprogramm fiel diesmal etwas kürzer aus, denn hier und da spürte ich eine meiner momentan doch zahlreichen Wehwehchen. So beschäftigte ich mich hauptsächlich mit lockerem Laufen und lies einen Großteil der Koordination weg. Pünktlich 10 Minuten vorm Start verschwanden jedoch auch die letzten Beschwerden, und es konnte losgehen. Ich war vom Start weg zweite, hinter Corinna Harrer, welche sich nach ihrem Sieg über 800m bereit erklärt hatte, die ersten 1000m Tempo zu machen. Ihre Zielzeit: 4:24. Für mich also perfekt. Allerdings hatte ich, da ich mit der 14. schnellsten Zeit gemeldet war, nicht damit gerechnet so weit vorne zu laufen. Nachdem aber keiner anstalten machte zu überholen, entschied ich mich wieder fürs Risiko: Einfach dran bleiben bis es nicht mehr geht, mit Glück sind dann 1500m rum. Und so lief es. Als Corinna nach 1000m sehr guter Führungsarbeit ausstieg war ich zunächst etwas erstaunt vorne zu laufen, und außerdem erstaunt, dass die Zwischenzeit noch stimmte. In diesem kurzen Moment zogen auch schon 3 Läuferinnen an mir vorbei. Die letzte Runde war angebrochen, wenn wir das Tempo jetzt hielten wäre die WM-Quali geschafft. Die letzte Runde lief nun nicht mehr ganz optimal. Beim Versuch in der Kurve zu überholen, verschenkte ich unnötig Kraft. Auf den letzten 200m passierte dann im Ansatz, was viele schon viel früher erwartet hatten. Es ging nicht schneller, ich kam auch auf den letzten 50m nicht mehr in diesen typischen Schlussspurt rein. Aber wer hätte gedacht, dass das die einzige Auswirkung von 6 Wochen Trainingspause sein würde? Für mich lief das Rennen also perfekt: Quali gelaufen und gleichzeitig noch was gelernt. Als die Zeit für mich bei 4:23,91 stehen blieb fiel ein seit mitte April andauernder Zweifel von mir. Denn seit einem Fahrradsturz war mein Knie angeschlagen, ein vernünftiger Trainingsaufbau also nicht möglich. Dass die Quali jetzt bei meinem ersten Wettkampf auf der Bahn fällt, hätte ich mir selbst vor der Verletzungspause kaum träumen lassen. Zumal mein Training ja eigentlich auf 3000m ausgelegt war…

Maya

Danke Maya!
Und wir Trainer müssen wohl genauso feststellen, dass eben nicht alles planbar oder vorhersagbar ist.

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