Archive für 21.2.2012

Maya mit Silber - Isabell auf Platz vier!

Sindelfingen und die Deutschen Meisterschaften, das ist eine altbekannte und bewehrte Kombination. Der Glaspalast in der reichsten Stuttgarter Region ist über die Jahrzehnte vielfacher Austragungsort der nationalen Titelkämpfe der Jugend und Erwachsenen gewesen und auch dieses Jahr ludt er wieder zum Kampf der Besten ein. Irgendwann musste es ja mal wieder durch die ganze Republik gehen und diese Reise sollte sich lohnen.
Vor knapp 20 Jahren durfte ich hier schon den Meisterschaften beiwohnen und musste feststellen, dass so einiges noch ganz genauso ist wie damals! Nur die Athleten aus jener Zeit haben die aktive Leichtathletik vermutlich schon lange hinter sich gelasssen.

Aus Rönnauer Sicht sah im Vorfeld alles sehr vielversprechend aus, aus Schleswig-Holsteiner Sicht umso mehr. Irgendwie ist die Luft hier oben zwischen den Küsten wohl erfrischender und belebender oder das Essen ist besser, vielleicht sind unsere Athleten auch einfach nur deshalb so berauschend gut, weil Schleswig-Holstein halt oben ist. Es ist schon wirklich bemerkenswert, was sich hier im Norden im Laufbereich entwickelt und es zeigt, dass viele Trainer verstehen wie es auch ohne große Vereine und viel Geld und Infrastruktur geht.

Unser starkes Trio bestand in diesem Jahr aus Hendrik Bostelmann-Arp, der sich in Mitten der beiden Laufasse Maya und Isabell sichtlich auf seinen Einsatz freute und am Anreisetag sehr entspannt und voller Vorfreude war.
Die Mädels machten am Samstag mit ihren Vorläufen den Anfang und mussten sich über 1500m ihre Finalteilnahme erst kontrolliert erlaufen. Isabell war gleich im ersten der drei Vorläufe und ließ es zunächst locker angehen. Zu bummelig durfte es bei keinem der Favoriten werden, denn nur die erste aus jedem Vorlauf und die 9 Zeitschnellsten sollten sich qualifizieren. Isa ließ hintenraus nichts anbrennen und gewann ihren Lauf. Maya tat ihr es im folgenden Rennen gleich und lief gleichzeitig die schnellste Vorlaufzeit. Auch Johanna Schulz legte eine souveräne Vorlaufleistung hin nachdem dies zunächst das langsamste Rennen war. Im Endspurt sicherte sie ihren Sieg im direkten Duell mit Hanna Klein, die sich in diesem Jahr als Spurtstarke 800m Spezialisten auch über 1500m probieren wollte. Ziel erreicht! Alle Schleswig-Holsteiner waren im Finale!
Hendriks Einsatz kam immer Näher und nun konnte man auch ihm die Nervosität ein wenig ansehen. Er war mit seiner gemeldetet Zeit natürlich kein Favorit für das Finale, aber eine Chance gibt es bei Meisterschaften immer. Diese wollte er sicherlich nutzen, vielmehr aber auch seine Leistung aus Hamburg bestätigen oder sogar noch ne Schippe drauf legen. Das Rennen selbst machte er anfangs gut und blieb seinem Leistungsvermögen treu. Als sich die Spitzengruppe dann später löste gab es eine Gelegenheit seinen Vordermann zu überholen. Hendrik entschied sich zu warten und erst später zum Endspurt anzusetzen. Die Gruppe löste sich schnell und als Hendrik antrat war der Abstand bereits zu groß und es gelang ihm nicht mehr Anschluss zu finden. 4:12,29min standen zuletzt für ihn zu Buche und er konnte zufrieden sein. Die Zeit aus Hamburg war fast bestätigt und mit ein bisschen mehr Mut und einem früheren Antritt wären sicherlich noch 3s drin gewesen. Über den Cross wird es dann in den Sommer gehen und da stehen bereits die nächsten Highlights für ihn an. Hier wird er mit diesen wertvollen Erfahrungen weitere Topleistungen bringen.

Im Endlauf der weiblichen Jugend sollte es dann am Sonntag der erwartete heiße Tanz werden. Irgendwie waren alle Favorit, denn neben Isa und Maya waren Hanna Klein, Caterina Granz und natürlich Johanna Kandidatinnen für den Titel. Der Rennverlauf würde ganz entscheidend dafür sein, wer seine Qualitäten oder Stärken am Besten auspielen konnte. Nach dem Startschuß sahen wir auf den ersten Runden ein zaghaftes abtasten, jeder in Lauerstellung, beobachtend was der andere tut und stets auf der Hut keine unnötigen Energien zu vergeuden. Alles sah nach einem Rennverlauf aus, der erst zuletzt zeigen würde wer seine Beine in die Hand nehmen wird und die meisten Körner hat. Zunächst erledigten andere die Führungsarbeit, bis die genannten 5 Athletinnen sich langsam nach vorne schoben und für mehr Tempo sorgten. Maya war es schließlich, die kurz vor der dritten Rennhälfte das erste mal das Tempo deutlich verschärfte. Isa ließ abreißen und schloß gleichmäßig mit allen anderen im Pulk wieder auf nachdem Maya wieder drastisch das Tempo reduzierte. Isa wollte ihren Lauf möglichst gleichmäßig gestalten und hat hintenraus auf genügend Luft für einen Endspurt gehofft. Dem finalen Schlussspurt von Maya, die etwa 250m vor dem Ziel ihrem Glück entgegenrannte konnte nur noch Johanna folgen. Caterina Granz und Isa starteten verzögert und verloren den Anschluss. Johanna konnte sich bereits eine Runde vor dem Ziel in Führung setzen und spielte ihre ganz große Stärke voll aus. Maya hielt sehr gut mit und erreichte dicht hinter ihr zufrieden den Silberrang. Isa hätte beinahe den Dreifacherfolg der Schleswig-Holsteiner perfekt machen können, aber leider war ihr auch Caterina entwischt. Natürlich war sie darüber traurig, denn sie hatte sich mehr erhofft, aber wenn man mit ein wenig Abstand einmal genauer betrachtet was wir dort unten erreicht haben, dann muss man sich einfach wieder freuen. Maya hat wieder einmal ihre Klasse gezeigt und dass ihr Kampfgeist und ihre Einstellung sie beflügelt. Zur rechten Zeit war sie in Topform und wird sicherlich auch nach der Länderkampfnominierung nochmal zusätzlich motiviert für einen weiteren internationalen Einsatz sein! Die Cross DM im Anschluss könnten dann, wenn alles glatt läuft ein krönender Abschluss einer bärenstarken Wintersaison werden.

Isa ruht sich in dieser Woche aus und wird bei den DM in Karlsruhe nocheinmal alles zeigen was in ihr steckt, denn sie hat deutlich mehr drauf, als sie bislang zeigen konnte.

Insgesamt haben wir hervorragende Leistungen gesehen und freuen uns auf mehr.

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