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22.2.2011 von info.
Es ist ja unbestritten, dass in Leverkusen eine hervorragende Leichtathletikhalle steht und die Rahmenbedingungen sowieso von Haus aus andere sind, als wir es hier oben im Norden kennen und gewöhnt sind, aber so manch einer der vielen Besucher und Trainer, die vergeblich nach einer Möglichkeit suchten ihr Fahrzeug abzustellen, kam unweigerlich ins Grübeln. Aber auf diese Weise lernte man die Gegend rund um die tolle Leichtathletikanlage wie seine Westentasche kennen und schätzen! Diese kleine Unanehmlichkeit war aber sehr gut zu verschmerzen, denn nicht nur die tollen Leistungen der Rönnauer Athleten, sondern auch die tolle Bewirtung in der Caféteria, aus der nicht nur der Geruch frisch gerösteter Waffeln zog, sondern in der auch kein Wunsch offen blieb, sorgten für eine angenehme Atmosphäre.
Anna-Sophie machte am Samstag den Auftakt und durfte auch gleich ihre neuen Sprintspikes einweihen. Heute machte Anna schon ein wenig den Eindruck aufgeregt zu sein. Mit der Bahn 2 war für die groß gewachsene Sprinterin nicht die beste Ausgangsposition vorhanden, aber die Leichtathletik ist ja kein Wunschkonzert. Mit einem guten Start ging es durch die erste Kurve. Auf Bahn 3 lief eine Konkurrentin mit einer deutlich langsameren Zeit. Die Sprinterin auf der Außenbahn war Malena Richter und mit einer 55iger Zeit gemeldet, also zu gefährlich für Anna, um mitzugehen.
In der ersten Runde war Anna mit sehr viel Respekt unterwegs und reihte sich an Position 3 ein. Kurz darauf war sie ein wenig unglücklich darüber und entschied sich in der Kurve zu überholen. Das kostete Zeit und Energie. Etwa 150m vor dem Ziel lief ihr eine Gegnerin von hinten in die Ferse, sie konnte sich aber gleich wieder fangen und ungehindert weiterlaufen. Im Schlussspurt gab sie nochmal alles, um sich weiter nach vorne zu schieben. Mit ihren 57,68s konnte sie nach dem Rennverlauf sehr zufrieden sein und errang damit zudem einen tollen 14. Platz von insgesamt 29 Läuferinnen. Diese Erfahrungen einer Meisterschaft sind sehr viel Wert und helfen bei zukünftigen Starts mehr Selbstsicherheit und Routine in den Wettkampf mitzunehmen.
Es hat sehr viel Spass gemacht dir zuzuschauen, Anna, und zu beobachten wie toll du diese ganze Vorbereitung mitgemacht und mit welcher Einstellung du deinen Wettkampftag gestaltet hast - fast, als hättest du doch schon alles, was es so zu lernen gibt
!
Um 16:45 war es dann soweit. Die 1500m Asse Maya und Isabell machten sich auf, um gegen starke Konkurrenz ihren Vorlauf zu bestreiten. Zwei gab es davon, und die sollten es in sich haben. Normalerweise kann man es bei den Vorläufen ruhiger angehen lassen. Hier wäre das sehr fahrlässig. Bei einem Teilnehmerfeld, dass sich im Vorfeld der Meisterschaft in der Breite so stark präsentiert hat, musste das Rennen kontrolliert und relativ zügig angegangen werden. Jeweils 13 Teilnehmerinnen starteten in den Vorläufen. Maya und Isa waren im ersten Vorlauf. Mit 4:37,87min und 4:37,90min ging es dann für die beiden dann doch sicher ins Finale und die Erleichterung war erstmal groß, denn das Minimalziel war erreicht.
Am Sonnatag kam dann der mit Spannung erwartete Showdown. Wenn man in den Callroom geblickt hat konnte man die allgemeine Aufregung und Nervosität erkennen, die den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben war. Keiner wußte genau wo es hingehen wird. Gesa Filicitas Krause war auf Grund der Meldeleistung Favouritin und Isabell Ollesch sicherlich die Wattenscheider Geheimwaffe. Mit Lisa Jäsert stand eine weitere Treppchenaspirantin am Start. Die Plätze 4-8 waren aber weitestgehend offen und man weiß nie was in so einem Rennen alles passieren kann.
Ich habe lange überlegt wie das Rennen aussehen könnte und mich dann mit Isa besprochen. Carmen und Jost haben Maya eingestellt und so ging es für beide darum das Bestmögliche aus diesem Lauf für sich selbst, aber auch aus Rönnauer Sicht herauszuholen. Ich bin felsenfest überzeugt gewesen, dass dieses Rennen ein schnelles Rennen wird. Ich habe allerdings maximal mit einer 4:25 gerechnet, denn trotz der Vorbelastung war das immer noch möglich. Die Bundestrainer sahen das ähnlich. Während die Vorlaufschnellsten auf der äußeren Evolvente starteten, liefen Maya und Isa von Innen. Ohne größere Schwierigkeiten kamen beide gut durch die erste Kurve und reihten sich im vorderen Drittel ein. Maya wurde nach 70m kurz von einer nach innen ziehenden Läuferin touchiert, konnte aber super reagieren und weiter laufen, denn ein Sturz wäre fatal gewesen. Die ersten 500m waren sehr zügig, aber alles noch im grünen Bereich. Die Tempoverschärfung auf den zweiten 500m war enorm. Im Nachinhein ist klar, dass Isa dort nicht hätte mitgehen dürfen. Ich habe sie leider dazu ermuntert dran zu bleiben, in der guten Hoffnung, dass nach der Tempoverschärfung wieder rausgenommen wird, aber weder Gesa noch die aufkommende Isabell Ollesch machten den Anschein wieder vom Gaspedal zu gehen. Irgendwann bei der 800m Durchgangszeit war das Kind dann in den Brunnen gefallen. Isa konnte zwar bis 1100m das Tempo mitgehen, dann wurde ihr aber ihr Mut und meine eindeutige Fehleinschätzung zum Verhängnis. Sie hatte sich festgelaufen und verlor in den letzten beiden Runden etwa 9sec auf die beiden Führenden. Maya hatte währenddessen immer Anschluss gehalten hielt sich aber respektvoll und bedeckt etwas weiter zurück und hat es vermieden ganz vorne mit anzugreifen. Diese clevere und bedachte Einteilung ihrer Kräfte sollte schließlich auch belohnt werden. Mit der nötigen Erfahrung und auch Routine für das richtige Tempogefühl arbeitete sie sich Runde für Runde nach vorne ohne zu überpacen. Am Ende hatte sie genügend Körner um eine persönliche Bestzeit, einen neuen B-Jugend Landesrekord aufzustellen und einen hervorragenden 6. Platz zu ergattern. 4:29,87min stehen nun für sie zu Buche. Isa wurde 7. mit 4:31,51min.
In zwei Wochen geht es dann für Maya nochmal zu ihrem eigentlichen Höhepunkt, den Deutschen Crossmeisterschaften nach Löningen, wo sie als Titelverteidigerin auch dieses Jahr ihre klasse Form bestätigen möchte.
Isa, Rieka, Nadja und Hendrik sind auch dabei. Und Stig? Selbstverständlich auch :-), aber der hatte am Sonntag ersteinmal seinen 3000m Lauf auf dem Programm.
Stig hatte ähnlich wie Isa, die sich zwischen 800m und 1500m entscheiden musste, die Wahl, ob er 1500m oder die 3000m läuft. Über 1500m war eine Menge drin. Wenn man sich im Nachhinhein die Zeiten und den Rennverlauf anschaut, hätte Stig hier durchaus auf dem Treppchen landen können. Bei Isa sah es ähnlich aus. Beide suchten die Herausforderung aber auf der anspruchsvolleren Strecke und auch im Hinblick auf den Cross war es für Stig nochmal eine sehr gute Standortbestimmung.
Direkt nach dem Startschuss drückte er auf die Tube und führte das Feld ausgangs der Kurve an, um zum einen eine gute Position zu ergattern und sich mögliche Rempeleien zu ersparen zum anderen auch, um das Rennen aggressiv von vorne zu gestalten. Es war schnell klar, dass er sich viel vorgenommen hatte. Stig wußte genau, dass er sich nicht auf ein Bummelrennen einlassen durfte. Er blieb auch im weiteren Rennverlauf immer in der Spitzengruppe und als das Tempo im zweiten Kilometer ein wenig zu langsam war ging er wieder vor und erhöhte das Lauftempo. Die erwarteten Favouriten Tim Stegemann und Robel Mesgena hielten sich lange zurück und konzentrierten sich auf die Endphase. Hier ging dann wirklich nochmal die Post ab. Bis zwei Runden vor Schluss hatte Stig ausgezeichnet vorne mithalten können. Die letzte Tempoverschärfung war dann leider ein bisschen zuviel um dran zu bleiben. Als Fünfter und bester Rönnauer an diesem Wochenende lief Stig zu einer tollen neuen Bestzeit von 8:39,01min und hat mit dieser Leistung nicht nur seine sehr gute Entwicklung demonstriert sondern auch seinen Anschluss an die Deutsche Spitze über 1500m und 3000m untermauert.
Auch wenn mal keine Treppchenplätze für Rönnauer Athleten abgefallen sind, war das Niveau der gezeigten Leistungen extraklasse.
Isa wird mir hoffentlich bald meinen Fauxpas verzeihen, denn die Deutschen habe ich ihr leider ein wenig versaut.
In zwei Wochen geht es dann frisch und ausgeruht nach Löningen und ich hoffe auf tolle Leistungen bei den Crossmeisterschaften.
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12.2.2011 von info.
Die fleißigen Helfer und Organisatoren rund um den SC Neubrandenburg, die nun schon seit etlichen Jahren hervorragende Arbeit leisten und für die Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften und andere Leichtathletikhighlights vielfach Ausrichter waren, bieten immer wieder eine beliebte Veranstaltung auf höchstem Niveau. Da die Anfahrt auch nicht so weit ist, freut man sich immer wieder auf genau diese Saisonhöhepunkte im Norden der Republik.
Dieses Jahr bildeten Anna-Sophie Bellerich, Isabell Teegen und Björn Beckmann das Trio, das bei den NDM nach Bestleistungen strebte. Während es für Björn über 800m zum Saisonabschluss darum ging die 800m-Zeit zu verbessern, bereiteten sich Anna-Sophie und Isabell abschließend auf ihre Deutschen Meisterschaften in Leverkusen vor. Maya und Stig verzichteten auf einen letzten Leistungstest, da sie auch schon mehr Starts in den Knochen hatten und haben stattdessen an diesem Wochenende ein Kurztrainingslager eingelegt, um den letzten Schliff für ihren Höhepunkt bei den DM zu bekommen.
Anna-Sophie machte an diesem Wochenende den Anfang. Als vierte ist sie laut Meldeliste angereist und war voller Tatendrang, um die 57s Schallmauer zu durchbrechen. Nachdem die Laufeinteilung ausgehängt wurde, musste ich erstmal schlucken, da Anna einen langsameren Lauf bekommen hatte. Die drei erstgesetzten Mädchen liefen gemeinsam. Somit war das Rennen wieder ein einsames. Von Beginn an dominierte sie zwar ihren Lauf, sah aber bis zur Ziellinie niemanden vor sich. So ist es natürlich schwierig ein paar extra Körner locker zu machen, um sich zu verbessern. Mit 57,21s lief sie nahezu die identische Zeit aus Hamburg und war in der Endabrechnung fünfte. Kein Grund traurig zu sein, aber nun wissen wir immer noch nicht was unsere “Hobbyleichtathletin” eigentlich kann. Na, das wird spannend in Leverkusen!
Björn versuchte am Sonntag seine 2min endlich zu knacken. Der Schuss ertönt und alle laufen los, nur Björn später als der Rest und nicht mit dem nötigen Biss auf den ersten Metern. Nach 20m war er am Ende des Feldes. Nicht die Ausgangsposition, die einen optimalen Rennverlauf begünstigt. Naja, Björn schafft sich gerne zusätzliche Aufgaben
! Nach der ersten Kurve fing er das Überholen an, ließ sich aber wieder einkesseln, kam aus dem Tritt, musste wieder Frequenz fassen, ging in den Kurven raus und überholte einen nach dem anderen. Meistens in der Kurve
! Ja, warum ein einfaches Rennen, wenn man es auch schwer haben kann? Naja, es ging so weiter und weiter, bis er schließlich nur noch einen vor sich hatte und nur knapp hinter ihm seinen Brustkorb über die Ziellinie presste. Bestleistung! 2:01,85min! Das ist angesichts des Rennverlaufs beachtlich, aber es wird einmal mehr ein Rennen der verpassten Chancen. Nichtsdestotrotz geht Björn mit einer klasse Leistung in die Sommervorbereitung. Gegenüber dem Vorjahr steigerte er seine Hallenbestzeit um fast 6 Sekunden!
Isabell startete bei den Frauen über 800m, und erhoffte sich hier ein starkes Feld. Laut Meldeliste waren einige Hochkaräter dabei, die ihr ordentlich hätten einheizen können… Daraus wurde leider nichts. Eine nach der nächsten sagte ab, bis auf Jana Sussman. Gott sei Dank, denn sonst hätte es der Jugendlauf auch getan. Jana war am Vortag schon über 1500m am Start und lief in 4:20 ein klasse Rennen. Sie fühlte sich aber frisch genug für einen Doppelstart und konnte somit Isabell zur Seite stehen.
Isabell hatte ganz fest die 2:10 im Visier und die Durchgangszeiten für jede Runde waren besprochen. Jana erklärte sich bereit die ersten beiden Runden Tempo zu machen und dann sollten sie sich abwechseln. Jana machte das ganze super, denn sie rannte mit 63,6s die ersten 400m an. Dann sollte Isa vorbeigehen, aber nur wie? Jana sagte später: “Naja, ich hab sie die ganze Zeit gehört und sie war so dicht und da hab ich mir gedacht, nö! Ich lass sie nicht vorbei!” Das sagte sie natürlich mit einem Grinsen im Gesicht. Sie war aber auch für Isa eine Nummer zu stark an diesem Wochenende. Isa fightete bis zum Schluss und wurde mit einer fantastischen Zeit und neuem Landesrekord mit 2:09,80s belohnt. Also, die Deutschen können kommen. Eigentlich war für Isa klar es werden die 1500m. So ganz sicher ist sie sich aber noch nicht.
Wir lassen uns überraschen.
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4.2.2011 von info.
Nur eine Woche nach den Landesmeisterschaften der Männer und Frauen ging es in der Hamburger Halle wieder rund. Die Senioren fanden sich zu ihren Titelkämpfen ein, doch nicht jeder machte den Eindruck ein Senior zu sein. Wenn man bedenkt, dass mit dem dreißigsten Lebensjahr das Seniorenalter beginnt, wovon Ralph und ich übrigens noch gar nichts mitbekommen haben, dann ist einem auch klar, dass hier keine Altersheimveranstaltung stattfindet sondern noch viel junges, wildes und ungezähmtes und vielleicht auch williges Fleisch nach Bestleistungen strebt.
Wenn man dann die Wettkampfgeschehnisse verfolgt oder in die Ergebnislisten schaut, dann kann man bei vielen Leistungen nur Staunen und größten Respekt und Anerkennung zollen.
Adao ist wahrlich ein Jungbrunnen. An Hand seines Personalausweises lässt sich schnell feststellen, dass er zwar in der Altersklasse M40 starten darf, aber trotzdem hat er sich bei den zahlreichen Einheiten auf unseren Cross und Bergstrecken als kongenialer Laufpartner für Isabell herausgestellt.
Hier in Hamburg sollte nun nach seinem Vereinswechsel vom TSV Nahe zum SCR das erste Mal das neongelbe Trikot übergestriffen werden und…? Man, sah das gut aus! Einfach herrlich. Standesgemäß hat er dann in Rönnauer Erfolgsmanier auch unsere Vereinsfarben vertreten.
Adao ist 3000m gelaufen und hatte sich das Ziel gesetzt unter 10min zu rennen. Von Beginn an drückte Lars Totzke vom HSV so sehr auf die Tube, dass schnell klar war, dass man hier nicht mitgehen konnte. Udo van Stevendaal vom SV Großhansdorf versuchte dies und war nicht schlecht erschrocken, als nach dem ersten Kilometer 3:06 auf der Uhr standen. Für die ersten 5 Runden hatte Adao es besser und dafür einen ähnlich starken Laufpartner ausmachen können und absolvierte die 1000m mit einer Durchgangszeit von 3:18min. Langsam musste dieser Läufer aber abreißen lassen und Adao war auf sich gestellt und hatte nur unsere Zurufe und die Uhr, um das Tempo zu halten. Bei 2000m standen 6:38min auf der Uhr, also eine glatte 3:20min für Kilometer 2. Udo war dem hohen Anfangstempo nicht gewachsen und musste von der Spitze immer mehr abreißen lassen, während Adao Runde für Runde aufschließen konnte. Zum Schluss war Udo zwar nicht mehr ganz einzuholen, aber die große Anstrengung hatte sich gelohnt. Mit 9:54 hatte Adao eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt und sich seinen Vizelandesmeistertitel redlich verdient, denn Lars startete in einer höheren Altersklasse.
Bravo, Adao, für dieses tolle, packende Rennen und ich bin gespannt was du diesen Sommer noch alles aus deinem Körper = “Portugiesisches Kraftwerk”
herausholen wirst.
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