Archive für Januar 2011

Rönnauer begeistern über die Vereinsgrenzen hinaus :-)

Immer wieder kommen Trainer auf uns zu und fragen wo wir die Talente herhaben oder ob bei uns irgendeine unterirdische magnetische Strahlung praktisch im Schlaf unsere Athleten meisterlich werden lässt.
Ich kann alle beruhigen. Es gibt in Rönnau, Segeberg und Umgebung keinerlei Atomkraftwerke noch irgendwelche geologischen Aktivitäten.
Die sind einfach so. Schnell!

Auch das vergangene Wochenende war aus Trainersicht wieder ein einziger Leckerbissen und Augenschmaus.
Jan-Erik Fischer ist ein altgedienter und immer noch hochmotivierter Athlet. Seit letzter Sommersaison wird neben seinem Jurastudium, dass, ganz offensichtlich im Gegensatz zu ihm, in den letzten Zügen liegt, immer häufiger trainiert und munter Muskulatur zum Sprinten aufgebaut. Ganz nebenbei erzielt er dann bei seinen ersten Hallenlandesmeisterschaften seit vielen, vielen Jahren den dritten Platz hinter Stefan Schwab und Kai Ingwersen über 60m. 7,09s im Vorlauf sind dann nur noch wenige Hundertsel hinter seiner früheren Bestzeit. Respekt. Sonntag legte er über 200m noch einmal nach. Allerdings konnte er seinen phantastischen Finallauf nicht mit einer verdient überragenden Zeit beschließen, da er etwa 25m vor dem Ziel eine Muskelverhärtung bekam und austrudeln ließ. Trotzdem standen dafür noch 22,86s und Platz 4!

Kenneth ersprintete sich über 60m das Finale der Jugend B und freute sich noch während des Laufes so sehr über sein Abschneiden, dass er dies noch vor der Ziellinie kund tat. “F…” war seine Meinung, denn er war überhaupt nicht zufrieden. 7. Platz schien seiner Ansicht nach nicht genug. Er hatte gar nicht gemerkt, dass er dabei eine neue persönliche Bestzeit in 7,44s aufgestellt hat.
Nicht gleich nach den Sternen greifen :-) ! Das Ziel unter 7,50s zu laufen ist mehrfach erfüllt! Die 200m waren im Finale dann ein Lauf zu viel. Nach starkem Vorlauf war die Luft ein wenig raus und mit 24,11s brachte der 5. Platz nicht ganz das erwünschte Ergebnis. Alles gut!

Anna-Sophie durfte jetzt endlich meine und ihre Neugierde befriedigen, was denn das Training letztendlich über den Winter so gebracht hat. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten schon feststellen dürfen, dass ich ihr etwas sage und sie setzt es prompt um. Umwege und Verständnisschwierigkeiten gehören nicht in Anna’s Repertoire. Spielerisch befolgt sie Hinweise, Tipps oder Rennempfehlungen. Ich hatte mir einen idealen 400m Lauf vorgestellt, ihn erklärt und… - umgesetzt? 100%.
57,17s und knapp 4,7s vor der Zweitplazierten. Dazu viel mir neben der Bewunderung und Gratulation nur noch ein, dass sie die Norm für die Hallen-DM der Jugend um über 1,4s unterboten hatte. Bam!!!!

Maya und Isa machten es über 1500m äußerst spannend. Diesmal drehten die beiden Akteure den Spies um. Ich war mir unsicher was Isa bei ihrem ersten 1500m Lauf in der Halle so drauf hat und nach Maya’s 800m Zeit befürchtete ich ein wenig, dass Isa dem Tempo hintenraus zu dieser Zeit eventuell noch nicht standhalten könnte. Diesesmal setzte sich Maya als Tempomacher ein und bestimmte fast 6 Runden lang die Laufgeschwindigkeit. Nach anfänglicher Skepsis überzeugte Isa aber, dass ich mich traute reinzurufen, dass sie auch vorgehen kann, wenn sie noch Luft hat. Etwa 330m vor dem Ziel ging Isa dann vorbei und half Maya, die durch ihre Führungsarbeit schon einiges an Kräften lassen musste. Maya hängte sich rein und dicht hintereinander liefen sie bis zum Ziel. Maya setzte noch einmal zu ihrem Endpurt an, verfehlte den Sieg diesesmal aber knapp um 4 Zehntel. 4:31,29min standen für Isa und 4:31,72min für Maya. Die beiden haben derzeit ein sehr ausgeglichenes Niveau und können guter Dinge sein bei den Deutschen Meisterschaften in Leverkusen vorne mitzumischen.
Maya erzielte bei diesem Lauf bei den Frauen obendrein noch einen neuen B-Jugend Landesrekord, den sie der damals laufstarken Jule Aßmann abnehmen durfte.
Für den 800m Lauf fehlte dann am darauffolgenden Tag die Energie sich gegen Johanna Schulz zu wehren. Mit 2:14,76min errang sie eine tolle Zeit, denn der 1500m Lauf war auf zu hohem Niveau, als dass der tagsdrauf schon aus den Knochen wäre.

Stig hat dieses Wochenende endlich seinen Lauf gefunden. Mit Max Wessel vom SG TSV Kronshagen/Kieler TB lief es sich von Anfang an wie “fast” von selbst. Die 4:00min Mauer ist endlich geknackt und Leverkusen scheint ein willkommener Höhepunkt sich mit der nationalen Spitze zu messen, denn es wartet dort nicht nur die Chance auf eine gute vordere Platzierung sondern auch, so es der Rennverlauf im möglichen Finale zulässt, einen weiteren Angriff auf den Landesrekord von Cristian Güssow, der mit 3:57,24min nur noch 2s schneller ist, als die erzielten 3:59,33s von Stig bei diesen Landesmeisterschaften. Das ist natürlich nicht Stig’s vorrangies Ziel, sondern wie für alle anderen auch, sich ersteinmal für das Finale zu qualifizieren. Dann kann man weiter sehen. Vielleicht startet Stig aber auch über 3000m. Jan-Eric versuchte in diesem Rennen solange wie es geht dranzubleiben, aber das Tempo der beiden vorne war einfach viel zu stark. Mit 4:17min hat er sicherlich Tempo-Reserven, die er bei seinem ersten Rennen in der Halle noch nicht mobilisieren konnte.
Stig setzte wie Maya mit 1:59,18min am Sonntag noch einen 800m Lauf obendrauf. Hier stand eher die Doppelbelastung, als das Leistungsziel im Vordergrund, aber dennoch kam eine sehr gute Zeit dabei heraus.

Rieka konnte sich leider diese Woche nicht über 800m steigern. Bei ihrer 400m Durchgangszeit sah es noch sehr vielversprechend aus, aber vielleicht war auch gerade das etwas hohe Angangstempo letztlich dafür verantwortlich, das hintenraus nicht die gewünschte Verbesserung möglich war. Dann braucht es auch viele 800m Rennen für die nötige Erfahrung sich alles optimal für die eigenen Qualitäten und Fähigkeiten einzuteilen. Björn musste gegenüber letzter Woche auch rund 1s sausen lassen. Zu groß war der Unterschied sich in einem guten Feld ziehen lassen zu können zu der Tatsache, dass diese Woche niemand da war der ihm hätte helfen können.
Alleine läuft es sich schwer. Dennoch für beide kein Grund enttäuscht zu sein. Rennerfahrungen sind nicht immer positive Erfahrungen und auch aus einer langsameren Zeit kann man positive Schlüsse ziehen und an sich arbeiten.
Hendrik hat mit 2:10,19min über die 4 Hallenrunden sicherlich nicht seine Fähigkeiten ausgespielt und wird auch einige Rennen brauchen, um wieder in seinen gewohnten Tritt zu kommen. Fehlende Trainingeinheiten waren sicherlich ausschlaggebend.

Nadja hat über 3000m ihren Rhythmus finden können. Auch wenn sie über lange Zeit des Rennens ihr eigenes Tempo machen musste, gelangen ihr respektable 10:39min. 3000m in der Halle sind wahrlich kein Zuckerschlecken und mental viel schwieriger zu laufen als draußen. Nadja darf gespannt sein, ob es im Sommer wieder zu alter Stärke zurück geht. So ist sie jedenfalls auf dem besten Weg.

Arian hat im Kugelstoßen und Hochsprung überzeugt. Eine ansprechende Wettkampfeinstellung und -gestaltung halfen ihm letztlich dabei sich so zu verbessern. Mit 1,81m im Hochsprung sahen wir einen makellosen Sprung und Platz 3 in der Hochsprungkonkurrenz. Im Kugelstoßen waren 12,87m genug für den 4. Platz und genug den Trainer absolut zufrieden zu stellen.

Wir Trainer blicken auf ein klasse Wochenende zurück und sind guter Dinge für die kommenden Wochen.

Gelungener Auftakt der A-Jugend und Schüler bei den LM in Hamburg

Endlich! Die Tage werden wieder länger. Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel liegen hinter uns und es ist Januar. Das heißt es geht nach langer Wettkampfpause wieder los. Bei den diesjährigen Hallenkämpfen messen sich wieder unsere Rönnauer Jungstars mit der regionalen Konkurrenz bei den nun schon fast traditionellen gemeinsamen Landesmeisterschaften der Verbände in Hamburg.

Anna-Sophie Bellerich, Kenneth Schöneck und Arian Bärschneider sind wieder einmal Paradebeispiele für die hervorragende Schülernachwuchsarbeit von Ralph, dem es Jahr für Jahr immer wieder gelingt neue Talente für das Anschlusstraining vorzubereiten und es mir damit sehr einfach macht, das Trainng weiter zu entwickeln und aus diesen Rohdiamanten bemerkenswerte Leistungen herauszukitzeln.

Die großgewachsene Anna-Sophie sollte eigentlich über 200m nur ein wenig Tempotraining machen, damit sie sich für ihre Spezialdisziplin den 400m für die kommende Woche einstimmen kann. Sie startete als B-Jugendliche bei der A-Jugend und zögerte nicht eine Sekunde ihre Stärke zu demonstrieren. Nach Vor- und Endlauf standen 26,00s auf ihrer Urkunde und Platz 1! Landesmeisterin! Kurz und schmerzlos. Das war viel mehr als man erwarten konnte bzw. zu hoffen gewagt hat. Bravo!

Kenneth lieferte über 60m und 200m packende Rennen und war mit 7,48s und 23,84s sehr gut plaziert. Einige seiner Konkurrenten sind muskulär sehr weit entwickelt und genießen derzeit noch einen Leistungsvorsprung, der aber auch in naher Zukunft aufbegraucht sein wird. Kenneth hat großes Potential, muss sich aber solange gedulden, bis sein Körper sich muskulär anpasst. Dann wird die Rakete gestartet!

Ein absolutes Highlight war an diesem Wochenende das Aufeinandertreffen von Isabell und Maya über 800m. Isabell war nach einer anstrengenden Woche guter Dinge, dass genügend Reserven für ein starkes Rennen vorhanden sind. Geplant war eine Zeit um 2:12, die meines erachtens möglich war. Maya war sich dabei unsicher. Sie rechnete fest mit einer 2:14 und eventuell schneller. Deshalb blieb Maya zunächst zurückhaltend, um nicht zu überpacen. Isabell drückte von Anfang an aufs Gaspedal und sprudelte Runde für Runde ihre Schritte auf die Bahn und nach der letzten Kurve kam Maya und setzte zu ihrem Schlussspurt an. Bis 795m konnte sich Isa dem Angriff erwehren und war am Ende um eine Zehntel geschlagen, auch weil es Maya gelang alle Reserven zu mobilisieren. Natürlich tief enttäuscht drehte Isa ab und wollte von dem Rennen nichts mehr wissen. Auf der einen Seite ist es ein Grundstein für eine erfolgreiche Laufbahn, dass man gewinnen will, aber meines erachtens ist es noch wichtiger verlieren zu können, wenn es gerechtfertigt ist. Einige Minuten später war sie aber in der Lage zu realisieren, dass hier ein klasse Rennen stattgefunden hat, dass leider zu ihren Ungunsten verlief. Isabell hat hervorragende Führungsarbeit geleistet und mit 2:12,45min ein super Rennen gezeigt. Zudem ist dieses ihre persönliche Bestzeit. Maya verdient aber ebenso Respekt, denn auch wenn sie von Isa’s Rennerfahrung über 800m profitieren konnte, hat sie dranbleiben können und sogar noch genügend Körner gehabt, um Isa im Endspurt zu bezwingen. Mit 2:12,35min erlang sie eine phantastische Zeit, die man im ersten Jahr B-Jugend im nationalen Vergleich auch äußerst selten geboten bekommt.
Mit dieser Zeit untermauert Maya auch, dass sie sich genügend Grundschnelligkeit für die längeren Distanzen erarbeitet hat.
Ich freue mich besonders über ein sehr starkes Rönnauer Laufniveau, dass sich im Sommer bei Staffelevents auch national auszahlen könnte.

Stig setzte ein erstes Zeichen über 1500m und auch wenn er mit seinem Rennen noch nicht ganz zufrieden war, ließ er schon erahnen, wie es eine Woche später bei den Männern aussehen könnte, wenn er einen laufstarken Partner für die Tempoarbeit bekommt. 4:05,37min standen nach ungefährdeten 7 1/2 Runden auf der Anzeigetafel, bedeuteten den Landesmeistertitel und einen ersten Fingerzeig.

Philine hatte über 400m einen Unterdistanzlauf geplant, um eine Woche später über 800m anzugreifen. Mit einem leichten Magendarminfekt war leider nicht die Spritzigkeit aus den letzten Wochen zu erkennen und sie mühte sich, alles aus ihrem Körper zu holen. Nach dem Lauf wußte sie, dass sie noch nicht gesund war. Mit 62,60s hatte sie nicht ihre Leistung zeigen können.
Prompt ist sie richtig krank geworden. Jetzt heißt es erstmal Pause und den Infekt auskurieren.

Für Rieka waren nach einer tollen Freiluftsaison und einer klasse Staffelleistung bei den Deutschen Meisterschaften die 800m in 2:31,84min eine erste Standortbestimmung. Sicherlich hat sie sich mehr erhofft, aber der erste 800m Lauf ist hintenraus meistens nicht so einfach zu bestehen.

Björn musste das ebenso festellen. Er lief zwar ein sensationelles Rennen und steigerte mit 2:02,60min seine Hallenbestzeit um mehr als 5s und verbesserte zudem noch seine 800m Freiluftbestzeit, dennoch ging er in der letzten Runde richtig ein. Nach super 600m in 1:28,… hat er in der letzten Runde fast 5s seines Rundentempos verloren und war mehr als froh, als er das Rennen hinter sich gebracht hatte. Es war Björns Geburtstag und er hat sich diesen tollen Saisoneinstieg selber geschenkt und redlich verdient.

Kjell rundete an diesem Tag den 3fach Erfolg der Rehbergs ab indem er über 3000m in 10:36,60min unangefochten siegte und wieder einmal bestätigte, dass er das Zeug dazu hat in die Fußstapfen seiner älteren Geschwister zu treten.

Lasse Prüß sicherte sich mit 11,09m den dritten Platz im Kugelstoßen.

Nächste Woche geht es weiter mit den Männer Frauen und der B-Jugend!

Silbermedaille für Maya mit dem DLV Team bei Cross-EM in Portugal

Die Saison 2010 war lang! Und sie war äußerst erfolgreich! Aber ihr bisher größter Erfolg gelang Maya jetzt in Albufeira/Portugal. Nach 2 DM-Titeln als eine der jüngsten Platz 18 bei der Cross-EM im U20-Teilnehmerfeld und sogar Mannschaftssilber mit Team Deutschland. Was für ein Traum!

Dabei lief die Vorbereitung in den letzten Wochen vor der EM eher suboptimal. Daß wir hier Anfang Dezember in Norddeutschland nicht ganz die Bedingungen der Algarve simulieren können war ja klar. Aber muß es denn gleich 40cm Neuschnee sein? ;-)
Am Freitag den 10.Dezember konnten Maya und Stig dann aber endlich dem arktischem Winterwetter entfliehen. Angenehme 16Grad Celsius erwartete die beiden in Albufeira. Und am Sonntag ein spannungsgeladener Wettkampftag an den man noch lange denken wird!

Die U20-Mädels machten den Anfang. Im Vorfeld waren neben den Britinnen auch die Russinnen als Favoriten genannt worden.
Aber auch das deutsche Team schielte auf eine Medaille. Und so zielte die deutsche Taktik auch auf mannschaftliche Geschlossenheit. Corinna Harrer und Gesa Krause konnten sich im Rennverlauf als 5. und 11. sehr gut platzieren. Maya und ihre weiteren Mannschaftskolleginnen blieben auch wie erhofft bis kurz vorm Ziel zusammen. Im Schlußspurt sicherte sich Maya dann einen bärenstarken 18.Platz bei ihrer ersten EM und damit auch die Silbermedaille für das deutsche Team! An dieser Stelle noch einmal mein allergrößter Respekt vor diesem Einstand bei einer internationalen Meisterschaft. :-)

Kurz darauf konnte Stig dann sein Debut im Nationaltrikot geben. Mit Marcel Fehr konnte sich auch in diesem Rennen ein Deutscher zunächst in der Spitze des Feldes behaupten. Doch dann kam plötzlich für ihn das Aus: Kreislaufprobleme zwangen ihn zur Aufgabe. Das bedeutete gleichzeitig einen herben Rückschlag für die Mannschaftswertung. Doch die Problematik dürfte Stig während des Rennens kaum beschäftigt haben. In einem engen und unruhigen Läuferfeld kam er in der Anfangsphase um eine Massensturz herum. Trotzdem blieb das Feld im weiteren Verlauf noch zusammen. Große Lücken gab es dann auch nicht im Zieleinlauf der U20-Boys. Und so ist dann Platz 73 für Stig in der Endabrechnung auch mehr als respektabel. Mehr als Mannschaftsplatz 12 war nach Marcels Ausfall leider nicht mehr drin. Aber allein das Erlebnis als Aktiver bei einer internationalen Meisterschaft kann ihm sowieso keiner mehr nehmen. Also auch Dir noch einmal Glückwunsch zu deinem Einstand im Nationalteam! :-)

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