Archive für 14.3.2010

U20 Länderkampf in Ancona und DM Cross in Stockach

Das erste Märzwochenende war ein ganz besonderes Highlight für die Rönnauer Leichtathletiksparte! Josefina durfte beim Hallenländerkampf in der 4×200m DLV Staffel für Deutschland an den Start gehen und für die Läufer stand der absolute Höhepunkt der Wintersaison an, die Deutschen Meisterschaften im Cross in Stockach!

Bereits Freitag Vormittag und bei strahlendem Sonnenschein machte sich der Rönnauer Tross um Nadja, Maya, Hendrik, Kim, Stig und Kjell auf das Wiesengelände des Stockacher Schulzentrums. Ein lockeres Auftakttraining auf dem Meisterschaftsgelände stand an. Gespannt wurde dabei der Rundkurs begutachtet. Respekt flösste vor allem der “grimmige” Anstieg in drei steilen Etappen ein. Aber auch der Rest der Strecke mit seinen zwei provisorischen Brücken über das Flüßchen Aach und flacheren, aber dennoch ordentlich profilierten Abschnitten ließen das Fazit zu: DM-würdig!
Auch die Wetterprognose für den Wettkampftag fand allgemeine Zustimmung. Schneefall war vorausgesagt, also unsere Bedingungen! Schließlich trainiert man schon gefühlt seit einem halben Jahr durchgängig auf Schnee. Der Samstag konnte also kommen.

Pünktlich 7.30 Uhr setzte der ersehnte Schneefall ein. Jetzt konnte es losgehen.
Die Rahmenwettbewerbe der A- und B-Schüler machten den Anfang. Kjell war zwar noch durch eine Erkältung leicht angeschlagen, zeigte sich aber dennoch selbstbewußt vor seinem Start über 2,5km der B-Schüler. Der fachkundige Moderator Arthur Schmitt stellte die Teilnehmer noch mal alle vor. Und er wußte genau wer vom SC Rönnau vor ihm stand: “Der Bruder der starken Läuferin Maya Rehberg”. Da hat jemand seine Hausafgaben gemacht. ;-)
Bei mittlerweile starkem Schneefall hielt sich Kjell in der ersten Runde taktisch klug noch etwas zurück, blieb aber dennoch in der Spitzengruppe. In Runde Zwei schien sich bei ihm aber doch die Auswirkungen der Erkältung bemerkbar zu machen. Dem Angriff von David Kobany (TSV Rosenheim) am Berg konnte er nichts entgegen setzen und ließ ihn ziehen. Und er ließ sogar noch zwei weiteren die Verfolgung alleine aufnehmen. Doch ca. 300m vorm Ziel konnte er doch noch alle Kräfte mobilisieren und schob sich an Position 2 vor und vor allem auch noch deutlich dichter an den Führenden heran, aber es reichte nicht ganz!
Dennoch konnte Kjell zufrieden sein. Erfahrungen auf dem Meisterschaftsrundkurs gesammelt und am Ende mit einer echten Meisterschafts-Silbermedaille belohnt!

Dann kam es zum großen Show-Down. Wie schon erwähnt hob Arthur Schmitt Maya zusammen mit Elisabeth Weinfurter (TV Zwiesel) und Regina Högl (LG Region Landshut) in den Favoritenkreis über die 3,4km. Und so sollte es auch kommen!
Vom Start gut weggekommen setzt sich Maya sofort an die Spitze und schon in der ersten von zwei Runden setzten sich besagte drei vom übrigen Feld etwas ab. Maya sah locker aus, wollte den anderen beiden sogar Führungsarbeit überlassen. Die machten aber keine Anstalten nach vorne zu gehen. In Runde Zwei kam es schon vor dem Berg zur ersten Teilentscheidung. Regina Högl mußte abreißen lassen! Es wurde zum klassischen Ausscheidungsrennen. Der Berg brachte dann die endgültige Entscheidung. Maya konnte sich absetzen und baute die Führung bis ins Ziel sogar noch kontinuierlich aus. Der Traum vom ersten DM-Titel ist wahr geworden! Und während Maya bereits erholt Interviews gab, kam der Rest des Feldes erst erschöpft ins Ziel. Eine mehr als souveräne Vorstellung!
Also noch einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Titel!

Im folgenden Rennen der weiblichen Jugend A konnte man vor lauter Schneeflocken schon leicht die Orientierung verlieren. Doch nicht so Nadja. Gleich vom Start weg gut ins Mittelfeld sortiert, konnte sie ihre Position über die gesamte Distanz von 4,2km auch halten. Bei einem Favoritensieg von Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) belegte sie unter 57 Teilehmerinnen den 28. Platz. Für uns alle rundum zufriedenstellend. Super gemacht Nadja!

Danach durchbrach pünktlich zum Lauf der Männlichen Jugend A erstmals die Sonne die Wolkendecke über Stockach.
Und das war auch gut so! Denn so konnte man aus Rönnauer Sicht ein wirklich irres Bild verfolgen. Die neongelben Trikots leuchteten über 2 Runden lang ganz vorne in der Spitze des Feldes auf!
Die ausführlich diskutierte Starttaktik ist nämlich 1:1 aufgegangen und “spülte” Kim und Stig ganz nach vorne . Kim bewies Mut und übernahm dann sogar die Führungsarbeit. Schnell lief sich eine achtköpfige Spitzengruppe (wohlgemerkt mit Kim und Stig!) vor und rief im Rönnauer Betreuerstab ein ungläubiges Staunen hervor.
Waren sie womöglich zu schnell angegangen? Kam vielleicht noch der große Einbruch?
In Runde drei mußte Kim dann auch die Führung abgeben. Die eigentlichen Favoriten, darunter auch U18-WM -Siebter über 3000m Marcel Fehr (LG Limes-Rems), machten Druck und zogen vorbei. Aber auch Stig ging mit nach vorne. Dennoch ganz abschütteln ließ sich Kim dann auch wieder nicht. Eingangs der letzten Runde war Stig Vierter und Kim Sechster. Und so blieb es auch bis auf der Zielgeraden. Während Stig ungefährdet 9 Sekunden hinter dem Dritten die Ziellinie passierte, mußte Kim noch den Angriff von Robel Mesgena (Grün-Weiss Kassel) abwehren. Er verlor am Ende denkbar knapp, erreichte aber dennoch einen niemals für möglich gehaltenen sensationellen siebten Platz.
In der ganzen Aufregung wurde Hendrik aber nicht vergessen. Er kämpfte tapfer gegen die ältere Konkurrenz und für die Mannschaft. Um Position 45-50 herum begann er mutig und vermochte anfangs auch das Tempo mitzugehen. Die letzte Runde wurde für ihn persöhnlich hart, aber er ging an seine Reserven und konnte seine Platzierung dann in etwa halten. In einem starken A-Jugendfeld stand am Ende ein respektabler 52. Platz zu Buche. Sehr gut gemacht Hendrik!
Nun hieß es warten was die Mannschaftswertung ergab. Das die Addition der Platzierungen wohl zu einem Top-5 Platz reichen könnte, ließen die irren Einzelplatzierungen schon erhoffen. Das es aber sogar der Silberrang wurde, war ja kaum noch zu toppen. Sauber Jungs, das war ‘ne echt krasse Vorstellung!

Fast zeitgleich, nur wenige Stunden später spielte sich der Länderkampf im italienischen Ancona ab. Josefina hatte sich mit einem 60m Vorlauf außer Konkurrenz als Vorbelastung für ihre 4×200m Staffel eingestimmt, in der sie als Schlussläuferin das Staffelholz über die Zielinie bringen mußte.

Die Stimmung innerhalb des Deutschen Teams war großartig. Alle haben sich gegenseitig angefeuert, besonders die Franzosen, die für ihre Ausgelassenheit bekannt sind, stimmten mit ein und feuerten die Deutsche Stabhochspringerin an, als diese sich an einem neuen Jugend Hallen Weltrekord versuchte.

Die 4×200m Staffel war der Abschluss einer hervorragenden Mannschaftsleistung des Deutschen Teams, das zum dritten Mal in Folge den Länderdreikampf für sich entscheiden konnte.
Als Schlussläuferin des Quartetts rannte Josi zum Sieg und krönte ihre erfolgreiche Hallensaison, die hiermit einen glanzvollen Ausklang erlebte.

Josi war sich über eines im Klaren: “Die ganze Schinderei lohnt sich, wenn man das hier erleben darf, die vielen netten Leute, die ganze tolle Stimmung, das Nationaltrikot tragen, das motiviert unheimlich und macht es mir einfach in Zukunft durchzuhalten, wenn der eine oder andere harte Trainingstag bewältigt werden muss.”

Und so schließt sich eine tolle Wintersaison, schon in wenigen Wochen geht es in die Trainingslager. Die Rehbergsche Läufergruppe wird wieder in Frankreich für gute Stimmung und hervorragende Grundlagen sorgen, während sich die Sprinter und Mittelstreckler im spanischen Andalusien auf die kommende Sommersaison vorbereiten.

Auf geht’s!

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