Archive für März 2010

U20 Länderkampf in Ancona und DM Cross in Stockach

Das erste Märzwochenende war ein ganz besonderes Highlight für die Rönnauer Leichtathletiksparte! Josefina durfte beim Hallenländerkampf in der 4×200m DLV Staffel für Deutschland an den Start gehen und für die Läufer stand der absolute Höhepunkt der Wintersaison an, die Deutschen Meisterschaften im Cross in Stockach!

Bereits Freitag Vormittag und bei strahlendem Sonnenschein machte sich der Rönnauer Tross um Nadja, Maya, Hendrik, Kim, Stig und Kjell auf das Wiesengelände des Stockacher Schulzentrums. Ein lockeres Auftakttraining auf dem Meisterschaftsgelände stand an. Gespannt wurde dabei der Rundkurs begutachtet. Respekt flösste vor allem der “grimmige” Anstieg in drei steilen Etappen ein. Aber auch der Rest der Strecke mit seinen zwei provisorischen Brücken über das Flüßchen Aach und flacheren, aber dennoch ordentlich profilierten Abschnitten ließen das Fazit zu: DM-würdig!
Auch die Wetterprognose für den Wettkampftag fand allgemeine Zustimmung. Schneefall war vorausgesagt, also unsere Bedingungen! Schließlich trainiert man schon gefühlt seit einem halben Jahr durchgängig auf Schnee. Der Samstag konnte also kommen.

Pünktlich 7.30 Uhr setzte der ersehnte Schneefall ein. Jetzt konnte es losgehen.
Die Rahmenwettbewerbe der A- und B-Schüler machten den Anfang. Kjell war zwar noch durch eine Erkältung leicht angeschlagen, zeigte sich aber dennoch selbstbewußt vor seinem Start über 2,5km der B-Schüler. Der fachkundige Moderator Arthur Schmitt stellte die Teilnehmer noch mal alle vor. Und er wußte genau wer vom SC Rönnau vor ihm stand: “Der Bruder der starken Läuferin Maya Rehberg”. Da hat jemand seine Hausafgaben gemacht. ;-)
Bei mittlerweile starkem Schneefall hielt sich Kjell in der ersten Runde taktisch klug noch etwas zurück, blieb aber dennoch in der Spitzengruppe. In Runde Zwei schien sich bei ihm aber doch die Auswirkungen der Erkältung bemerkbar zu machen. Dem Angriff von David Kobany (TSV Rosenheim) am Berg konnte er nichts entgegen setzen und ließ ihn ziehen. Und er ließ sogar noch zwei weiteren die Verfolgung alleine aufnehmen. Doch ca. 300m vorm Ziel konnte er doch noch alle Kräfte mobilisieren und schob sich an Position 2 vor und vor allem auch noch deutlich dichter an den Führenden heran, aber es reichte nicht ganz!
Dennoch konnte Kjell zufrieden sein. Erfahrungen auf dem Meisterschaftsrundkurs gesammelt und am Ende mit einer echten Meisterschafts-Silbermedaille belohnt!

Dann kam es zum großen Show-Down. Wie schon erwähnt hob Arthur Schmitt Maya zusammen mit Elisabeth Weinfurter (TV Zwiesel) und Regina Högl (LG Region Landshut) in den Favoritenkreis über die 3,4km. Und so sollte es auch kommen!
Vom Start gut weggekommen setzt sich Maya sofort an die Spitze und schon in der ersten von zwei Runden setzten sich besagte drei vom übrigen Feld etwas ab. Maya sah locker aus, wollte den anderen beiden sogar Führungsarbeit überlassen. Die machten aber keine Anstalten nach vorne zu gehen. In Runde Zwei kam es schon vor dem Berg zur ersten Teilentscheidung. Regina Högl mußte abreißen lassen! Es wurde zum klassischen Ausscheidungsrennen. Der Berg brachte dann die endgültige Entscheidung. Maya konnte sich absetzen und baute die Führung bis ins Ziel sogar noch kontinuierlich aus. Der Traum vom ersten DM-Titel ist wahr geworden! Und während Maya bereits erholt Interviews gab, kam der Rest des Feldes erst erschöpft ins Ziel. Eine mehr als souveräne Vorstellung!
Also noch einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Titel!

Im folgenden Rennen der weiblichen Jugend A konnte man vor lauter Schneeflocken schon leicht die Orientierung verlieren. Doch nicht so Nadja. Gleich vom Start weg gut ins Mittelfeld sortiert, konnte sie ihre Position über die gesamte Distanz von 4,2km auch halten. Bei einem Favoritensieg von Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) belegte sie unter 57 Teilehmerinnen den 28. Platz. Für uns alle rundum zufriedenstellend. Super gemacht Nadja!

Danach durchbrach pünktlich zum Lauf der Männlichen Jugend A erstmals die Sonne die Wolkendecke über Stockach.
Und das war auch gut so! Denn so konnte man aus Rönnauer Sicht ein wirklich irres Bild verfolgen. Die neongelben Trikots leuchteten über 2 Runden lang ganz vorne in der Spitze des Feldes auf!
Die ausführlich diskutierte Starttaktik ist nämlich 1:1 aufgegangen und “spülte” Kim und Stig ganz nach vorne . Kim bewies Mut und übernahm dann sogar die Führungsarbeit. Schnell lief sich eine achtköpfige Spitzengruppe (wohlgemerkt mit Kim und Stig!) vor und rief im Rönnauer Betreuerstab ein ungläubiges Staunen hervor.
Waren sie womöglich zu schnell angegangen? Kam vielleicht noch der große Einbruch?
In Runde drei mußte Kim dann auch die Führung abgeben. Die eigentlichen Favoriten, darunter auch U18-WM -Siebter über 3000m Marcel Fehr (LG Limes-Rems), machten Druck und zogen vorbei. Aber auch Stig ging mit nach vorne. Dennoch ganz abschütteln ließ sich Kim dann auch wieder nicht. Eingangs der letzten Runde war Stig Vierter und Kim Sechster. Und so blieb es auch bis auf der Zielgeraden. Während Stig ungefährdet 9 Sekunden hinter dem Dritten die Ziellinie passierte, mußte Kim noch den Angriff von Robel Mesgena (Grün-Weiss Kassel) abwehren. Er verlor am Ende denkbar knapp, erreichte aber dennoch einen niemals für möglich gehaltenen sensationellen siebten Platz.
In der ganzen Aufregung wurde Hendrik aber nicht vergessen. Er kämpfte tapfer gegen die ältere Konkurrenz und für die Mannschaft. Um Position 45-50 herum begann er mutig und vermochte anfangs auch das Tempo mitzugehen. Die letzte Runde wurde für ihn persöhnlich hart, aber er ging an seine Reserven und konnte seine Platzierung dann in etwa halten. In einem starken A-Jugendfeld stand am Ende ein respektabler 52. Platz zu Buche. Sehr gut gemacht Hendrik!
Nun hieß es warten was die Mannschaftswertung ergab. Das die Addition der Platzierungen wohl zu einem Top-5 Platz reichen könnte, ließen die irren Einzelplatzierungen schon erhoffen. Das es aber sogar der Silberrang wurde, war ja kaum noch zu toppen. Sauber Jungs, das war ‘ne echt krasse Vorstellung!

Fast zeitgleich, nur wenige Stunden später spielte sich der Länderkampf im italienischen Ancona ab. Josefina hatte sich mit einem 60m Vorlauf außer Konkurrenz als Vorbelastung für ihre 4×200m Staffel eingestimmt, in der sie als Schlussläuferin das Staffelholz über die Zielinie bringen mußte.

Die Stimmung innerhalb des Deutschen Teams war großartig. Alle haben sich gegenseitig angefeuert, besonders die Franzosen, die für ihre Ausgelassenheit bekannt sind, stimmten mit ein und feuerten die Deutsche Stabhochspringerin an, als diese sich an einem neuen Jugend Hallen Weltrekord versuchte.

Die 4×200m Staffel war der Abschluss einer hervorragenden Mannschaftsleistung des Deutschen Teams, das zum dritten Mal in Folge den Länderdreikampf für sich entscheiden konnte.
Als Schlussläuferin des Quartetts rannte Josi zum Sieg und krönte ihre erfolgreiche Hallensaison, die hiermit einen glanzvollen Ausklang erlebte.

Josi war sich über eines im Klaren: “Die ganze Schinderei lohnt sich, wenn man das hier erleben darf, die vielen netten Leute, die ganze tolle Stimmung, das Nationaltrikot tragen, das motiviert unheimlich und macht es mir einfach in Zukunft durchzuhalten, wenn der eine oder andere harte Trainingstag bewältigt werden muss.”

Und so schließt sich eine tolle Wintersaison, schon in wenigen Wochen geht es in die Trainingslager. Die Rehbergsche Läufergruppe wird wieder in Frankreich für gute Stimmung und hervorragende Grundlagen sorgen, während sich die Sprinter und Mittelstreckler im spanischen Andalusien auf die kommende Sommersaison vorbereiten.

Auf geht’s!

Schnupperkurs bei den DM der Großen!

Da wir in Schleswig-Holstein nach wie vor nicht die besten Wetterverhältnisse haben, müssen die Sprinter in der Woche auf ihr Schnellkrafttraining bzw. die schnellen Tempoläufe auf der Bahn verzichten oder aber immer den Weg in die Hamburger Leichtathletikhalle auf sich nehmen. Das ist für Josi aus Handewitt mit einem 2 1/2 stündigen Anfahrtsweg nicht wöchentlich zumutbar.

Wie eigentlich die ganze Hallensaison heißt es im Training zu improvisieren und das hat ja bei Josi auch sehr gut geklappt. Wir haben über die letzten Wochen ausschließlich die Wettkämpfe am Wochenende genutzt, um Schnelligkeit und die nötige Wettkampfform für die eigentlichen Highlights zu entwickeln.

Die Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe ist eine Zugabe und auch der Hallenländerkampf stand ja ursprünglich nicht in unserer Planung. Josi befindet sich bereits wieder im Aufbautraining für den Sommer, hat das Zirkeltraining wieder aufgenommen und die Umfänge steigen wieder. In Karlsruhe sollte sie mal reinschnuppern, genauso planen wir es auch im Sommer.
Für Josi war das schon ein riesen Unterschied. Die Kulisse, das mediale Interesse, der professionelle Ablauf und das ganze Drumherum war sehr beeindruckend und das kann einen ganz schön einschüchtern, wenn das Fernsehen vor Ort ist, auf großen Leinwänden alles übertragen wird und Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF durch das Programm führt.

Ich erinnere mich an Markus, der bei seinen ersten DM der Männer so stark beeindruckt war, dass er sich gar nicht mehr auf seinen Wettkampf konzentrieren konnte. So etwas will vorbereitet und geübt sein, sich nicht durch dieses Spektakel aus dem Konzept bringen zu lassen.

Unter diesen Aspekten konnte Josi ganz locker aufspielen. Zwar von dem ganzen Geschehen sichtlich beeindruckt fügte sie sich aber doch konzentriert in den Ablauf der Wettkampfvorbereitung und konzentrierte sich auf ihre Bahn 2 die ihr zugelost wurde. In ihrem Lauf war keine geringere als Marion Wagner. Ein Urgestein im Deutschen Frauensprint. Bronzemedaillengewinnerin der Weltmeisterschaften in Berlin. Eine der letzten ganz großen Sprinterinnen, die durch neue aufstrebende Talente wie beispielsweise Verena Sailer oder Anne Möllinger, die zugegebener Maßen auch nicht neu im Geschäft sind, aber noch jung an internationaler Erfahrung, verdrängt werden.

Marion Wagner startete auf Bahn 4, Jessica Hochhaus auf Bahn 3. Mit einem etwas zögerlichen Start schoss Josi dann durch die erste Kurve und konnte - ihre Konkurrentinnen nun gut im Blick - etwas aufschließen und es sah zunächst so aus, als würde Josi eingangs der zweiten Kurve auf Bahn 3 aufschließen. Marion Wagner war nicht zu halten. Im Endspurt konnten sich die beiden Sprinterinnen aus Mainz aber doch sehr gelassen den jugendlichen Angriffen von Josi erwehren und platzierten sich mit 23,85s für Marion und 24,27s für Jessica unerreichbar für Josi auf eins und zwei. Für sie blieb die Uhr bei 24,71s stehen.
Seine Gegnerinnnen im Blick haben ist sicherlich von Vorteil, den engen Kurvenradius auf der Bahn 2 zu durchsprinten machbar, aber schwieriger. Die Leistung entspricht in etwa ihrer Zeit aus Halle und aus Hannover.
Fairer Weise muss man sagen, dass selbst bei optimaler Bahnverteilung auf Bahn 3 nur eine Zeit um 24,55s-24,60s drin gewesen wäre und der Landesrekord einfach nicht zu knacken war.
Das ist zwar schade, aber auch nicht schlimm. Landesrekorde, die seit vielen, vielen Jahren bestehen, stehen da meistens nicht umsonst so viele Jahre!!! Es braucht meistens außergewöhnliche Sportler und Talente diese zu verbessern. Also, dicht dran ist auch was wert :-) !

Ich hatte sehr, sehr viel Spass mit Josi und ihrem Vater Reinhard…manchmal war Josi schon genervt, weil wir soviel gequasselt haben ;-) !

Viel, viel Freude und eine tolle Zeit in Italien wünsche ich dir und holt euch den Titel, wie in den letzten Jahren auch.

U20 Länderkampf für Josefina

Nach den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften hat der Bundestrainer Alexander Seeger Fina für den Länderkampf in Ancona / Italien vorgeschlagen. Letzte Woche kam dann die offizielle Bestätigung und die Nominierung für ihren ersten Einsatz im Nationaltrikot. Sie wird zusammen mit Anna Lena Freese, Katharina Grompe und Friederike Möhlenkamp in der 4×200m Staffel gegen Frankreich und Italien um den Sieg laufen.

Nach Linda, Pascal und Isabell darf sich nun auch Josi über eine komplette Einkleidung mit Nationalmannschaftsklamotten durch den DLV freuen. Aber viel mehr noch wird sie mit ihrem ersten internationalen Einsatz für ihren tollen Trainingsfleiß und ihre Mühen und Opfer belohnt.

Du hast es dir hart erarbeitet und du hast es verdient!
Herzlichen Glückwunsch!

Deutsche Jugend-Hallenmeisterschaften in Halle / Saale

Josefina & Maya waren unsere Teilnehmer bei dieser Veranstaltung. Josi musste dieses mal ohne Sören kommen, der leider von einer Grippe niedergestreckt wurde (glücklicherweise nur vorübergehend). Das schien den Vorlauf nicht zu beeinflussen. In 24,67 sec. siegte Josi mit deutlichem Abstand zur zweiten und qualifizierte sich als Viertschnellste für den Endlauf am Sonntag.
Hier sollte die Entscheidung in zwei gleichberechtigten Zeitläufen fallen und Josi hatte bei Lauf-und Bahnverteilung die ungünstige Ausgangsposition. Lauf eins auf der ungeliebten Außenbahn.
Sie würde ihre Gegner nicht im Blick haben und sich auch nicht an der Zeit des anderen Laufes
orientieren können. Hinzu kam noch, dass die beiden Zeitschnellsten der Vorläufe im zweiten Lauf
starten würden.
Dies alles schien Josi jedoch nur zu pushen, denn sie kam gut aus dem Startblock heraus und lag
bei 150m ausgangs der Kurve knapp in Führung. Doch dann folgte eine weitere Schwierigkeit
der Außenbahn: das Herablaufen der Kurvenerhöhung verursachte einen kleinen Strauchler, der
ein bis zwei Zehntel und somit womöglich die Bronzemedaille kostete.
So kam ein vierter Platz in 24,60 sec. heraus, mit dem Josi keineswegs zufrieden war, bei dem
allerdings klar wurde, daß auch jetzt schon noch schnellere Zeiten möglich sind,— so zunächst
einmal der Landesrekord, von dem sie nur 8/100 trennen.
Zurück zu Tag eins. Maya musste ihren Vorlauf bestreiten und die gemeinsam ausgetüftelte Marschroute war denkbar simpel: ein relativ hohes Tempo vorgeben, um damit eine sichere Finalteilnahme zu erreichen. Und was sich so einfach anhört wurde von Maya konsequent umgesetzt. Sie gewann ihren Vorlauf und war schließlich mit 4:40,67 sec. Schnellste aus beiden Vorläufen.
Das hatte natürlich etwas Kraft gekostet, wurde aber mit jeder Menge Selbstbewusstsein belohnt, zumal der Bundestrainer nach dem entschlossenen Lauf mit viel Lob auf sie zukam und fragte, ob sie sich eine Teilnahme in Moskau bei der Qualifikation für die Jugendolympiade in Singapur vorstellen könne. Über diese Frage wurde dann im Betreuer- und Mentaltrainerstab zusammen mit dem Landestrainer beraten – und im abschließenden Gespräch zwischen Landes- und Bundestrainer einigte man sich, lieber noch ein Jahr Aufbauarbeit folgen zu lassen, bevor internationale Starts auf diesem Niveau angegangen werden.
Nun konnte Maya einigermaßen entspannt in den Endlauf gehen. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Vorlaufleistung erhielt sie eine gute Startposition weit außen und konnte sich beim Start recht gut freilaufen. Es wurde ein enges Rennen mit mittelhohem Tempo, bei dem zunächst alle 12 Finalteilnehmerinnen mitgehen konnten. Obwohl Maya einige Male in ihrem Laufrhythmus gestört wurde hielt sie engen Kontakt zu den drei Führenden. Doch in dem Moment, als es zur entscheidenden Tempoverschärfung kam trat ihr die folgende Läuferin derart in die Hacken, dass
auch sie ins Straucheln kam und sich sofort eine Lücke auftat, die Maya nicht mehr schließen konnte. Mit einem langezogenen Endspurt sicherte sie sich den vierten Platz in 4:39,33 sec. Und war damit sehr zufrieden - nur der Landesrekord, zu dem dieses mal 18/100 fehlten, hätte es doch gerne noch sein sollen…

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