Archive für Februar 2010

Erdgas Athletics 2010 in Leipzig

Am vergangenen Samstag lud die Arena Leipzig die deutsche und internationale Elite auf ein Leichtathletik-Meeting ein. Viele Disziplinen waren mit Hochkarätern besetzt, unter anderem war Kugelstoßweltmeister Christian Cantwell mit am Start, sowie Terrence Trammell, Vizeweltmeister über die 110m Hürden. Pascal durfte auch dabei sein und sich mit den besten deutschen 400m Läufern, sowie 2 ausländischen Konkurrenten messen. Zwei 400m Läufe gabe es und er war im 2. Lauf auf Bahn 6. Auf Bahn 5 der Sudanese Yusuf Rabah. Zwei Tage zuvor hat dieser das 400m Rennen bei einem Meeting in Stockholm in 46,49s gewonnen. Also, das sollte ein wichtiger Anhaltspunkt und eine gute Orientierung für Pascal werden. Nach dem Startschuss ging es los und bis zur zweiten Runde kein Yusuf weit und breit… stattdessen kam Martin Grothkopp und übernahm die Spitze. Pascal setzte sich dicht hinter Martin und Yusuf spazierte hinterher. Offensichtlich war der Sudanese nicht so scharf auf einen anstrengenden Lauf und ließ es sparsam angehen. Pascal setzte dann leider zu halbherzig auf der Gegengeraden an, um an Martin vorbeizuziehen, so dass dieser mühelos kontern konnte. Pascal lief dadurch rund 100m auf Bahn 2, scherte dann wieder ein, um hinter ihm durch die Kurve zu laufen und versuchte auf der Zielgeraden nochmal auszuscheren und vorbeizuziehen. Dafür reichte der Akku leider nicht. Stattdessen kam der Sudanese mit seinen sparsam eingeteilten Kräften und machte im Endspurt den Sieg für sich perfekt. Dabei lieferte er eine Show vom Feinsten :-) . In Bolt-Manier guckte er zur Tribüne und riss seinen Arm hoch noch bevor er im Ziel war. Nicht verstanden hatte er offensichtlich, dass der Zeitschnellste aus 2 gleichberechtigten Endläufen gesucht wird. Seine Zeit von 47,65s ist für ihn selbst nicht mehr als durchschnittlich, und es reichte in der Gesamtwertung auf Grund des deutlich schnelleren 1. Zeitlaufs nur für Platz 4! Pascal wurde 8. von 12 Teilnehmern. Die Zeit von 48,11s ist nicht berauschend, das weiß Pascal auch. Nur was blieb ihm in dieser Wintersaison übrig? Keine Tempoläufe draußen, kein Bergtraining, stattdessen ständige Improvisation. Irgendwann helfen die besten Grundlagen nicht, wenn man letztendlich nicht die Form entwickeln kann und die Wettkämpfe ordentlich vorbereiten kann. Jetzt sind wir schlauer… Die Saison ist beendet. Wir nehmen viel Rennerfahrung mit und die Gewissheit, dass wir in der Halle erstmal keine 400m mehr machen. Nächstes Jahr konzentriert sich Pascal auf die 200m und dann spielt das Wetter auch keine Rolle mehr.

Für freuen uns auf den Sommer, hoffen auf besseres Wetter und lassen die Halle ruhen.

Nur zwei Rönnauer Talente lassen die Halle noch nicht ruhen und das sind Josi und Maya, die am kommenden Wochenende in Halle bei den Deutschen Jugendmeisterschaften nocheinmal alles geben werden.

Wir wünschen das Beste!

Josefina und Pascal sind Norddeutsche Meister!

Am ersten Tag der Norddeutschen Meisterschaften ging es für Josi gleich mit einem Paukenschlag los. Über 60m reichten ihr im Vorlauf lockere 7,82s für das Weiterkommen. Im Zwischenlauf durfte sie einen Gang höher schalten. Hier benötigte Schleswig-Holsteins schnellste Sprinterin aus Handewitt 7,68s. Das war bereits eine neue persönliche Bestleistung, die bislang bei 7,75s stand. Für ihren zweiten 60m Start in dieser Hallensaison konnte es also kaum noch besser werden. Zeitgleich mit Nadja Bahl (SC Potsdam) ging sie mit der schnellsten Zwischenzeit ins Finale. Sie merkte schon, dass da noch Luft ist. Die Startphase läuft noch nicht ganz ruckelfrei und der Übergang in die Beschleunigung ist verbesserungswürdig. Der Fliegendsprint ist ihre große Stärke, denn wenn sie einmal in Fahrt ist, dann ist sie kaum zu schlagen. Das Finale war voller Spannung. Die Startphase passte, die Beschleunigung auch, aber immer noch mit technischen Defiziten. Nadja Bahl konnte hier ein wenig vorpreschen und diesen Meter Vorsprung auf den ersten 30m hat sie auch dringend benötigt, denn Josi fightete sich immer dichter. Im Finish lag Nadja ganze 3 Hundertstel vor Josi. Mit 7,64s gelang „Fina“ nochmal eine Steigerung der Bestleistung und der verdiente Vizetitel. Klasse!
Pascal hatte nur wenige Minuten später seinen Auftritt über 400m. Zum allgemeinen Unverständnis aller Beteiligten kam es durch eine fragwürdige Laufeinteilung. Die schnelleren Athleten hatte man allesamt getrennt und jeweils auf Bahn 3 gesetzt. Somit blieb für jeden ein einsamer Trainingslauf gegen sich und die Zeit. Jeder der Favoriten gewann sein Rennen. Allen unterlief der selbe „Fehler“, wenn man das überhaupt so nennen darf. Sie liefen deutlch zu langsam an. Mit 23,0-23,20s nach den ersten 200m ist es schwer auf der zweiten Hallenrunde was rauszuholen. Das merkte einer nach dem anderen. Alle hatten das Gefühl deutlich schneller zu sein. 48,29s standen für Sascha Henning nach dem ersten Lauf. Pascal gelangen 48,10s im zweiten. 3 weitere Läufe standen aus und man musste eigentlich zunächst davon ausgehen, dass es nicht reichen würde. Benjamin Jonas war im dritten Lauf mit 48,29s auch schlauer als vorher und im vierten Lauf kam Thomas Schneider nur auf 48,78s. Der größte Favorit auf den Titel und Pascals größter Konkurrent war nun Eric Krüger, sein Staffelkollege aus dem 4×400m DLV-Quartett, mit dem beide 2007 bei der U20 EM Vizeeuropameister wurden. Seine Uhr machte schließlich bei 48,11s halt. Pech für ihn und Glück für Pascal. Mit nur einer Hundertstel sicherte er sich den Titel! Das hast du sehr gut berechnet! Bravo!
Marieke hätte nach einer erfolgreichen Hallensaison mit den 1500m ihrer Leistungsentwicklung zu gerne nocheinmal ein I-Tüpfelchen verpasst. Eine Zeit um 5:05min sollte es werden. Sie lief von Beginn an ein couragiertes Rennen und war gut im Zeitplan. Nach ca. 800m müsste sie ein wenig mehr machen, hatte vielleicht aber bedenken, dass sie dann hintenraus zu fest werden würde. Am Ende lief sie in 5:07,68min an ihre Bestzeit ran und blickt auf eine rundum gelungene Hallensaison zurück. Der Sommer kann kommen…hoffentlich bald!!!!!!!!
Stig hatte mit seiner Wunschzeit von 4:05min ein ähnliches Vorhaben wie Marieke. Seiner klasse Vorleistung bei den Landesmeisterschaften wollte er hier den letzten Schliff verpassen. Er lief „eigentlich“ ein absolut perfektes Rennen. Seine Zwischenzeiten strampelte er äußerst routeniert herunter. Lediglich zum Schlussspurt setzte er etwas zu spät an. Im Ziel hätte er noch rund 50-70m in dem Sprinttempo weiter laufen können mit dem er sich nach und nach wieder der Spitzengruppe näherte. Mit 4:06,31min stellte er eine neue Persönliche Bestzeit auf und belegte Platz 4! Klasse mit Luft nach oben!

Der Sonntag sollte nicht weniger spannend und aussichtsreich für Rönnaus Talente werden. Björn machte den Start über 800m und lief beherzt an die Spitze. Hintenraus wurde er allerdings ein wenig klein in der Schrittlänge und auch die Frequenz nahm deutlich ab. Trotzdem bestätigte er wiedereinmal seine Leistung aus den vergangenen Rennen. Mit 2:08,45min konnte er nach dem Rennverlauf nicht unzufrieden sein, denn er hat sehr viel Führungsarbeit geleistet und das gehört „noch“ nicht zu seinen Stärken.
Isabell hat sich wieder frei gelaufen. Nach ihrem schweren Einbruch bei den LM in Hamburg ging es darum wieder locker zu laufen. Sie sollte der Annemarie Schwanz aus Neubrandenburg folgen. Ich wollte nicht, dass sie sich durch Führungsarbeit vorne zerschießt. Das Problem war, dass die Neubrandenburgerin keine rechte Meinung hatte an ihre 2:13er Zeit ran zu laufen. Nach einer ersten Runde in 32s ließ sie es ruhig angehen und bummelte in 36s die zweite Runde durch. Mit 68,5s für Isa bei 400m war eine Zeit um 2:14,0s schon mal gegessen. Das hat Isa zwar drauf, aber momentan nicht. Die Grippe kam zur falschen Zeit und in der Kürze ist es nicht mehr sinnvoll gewesen bis zu den Deutschen weiterzumachen. 2:17,15min und der Vizetitel reichten als Bestätigung des Aufwärtstrends der eigenen Leistung, aber nicht zu einem Formanstieg, der dem nationalen Vergleich stand hält.
Marvin hatte seit Wochen nur ein Ziel: die 200m Quali für die DM! Das war realistisch, denn mehrfach ist er nur knapp an diesem Ziel gescheitert. So leider auch in Hannover an diesem Wochenende. Im ersten Rennen auf Bahn 3 gelangen ihm 22,85s und damit auch der Einzug ins B-Finale. Dort bekam er leider nur die Bahn 2, die bei seiner Größe leider sehr nachteilig ist. Mit neuen Spikes rannte er 22,86s. Das gleiche Rennen auf einer äußeren Bahn hätte sicher zur Norm gereicht. Nun heißt es 1-2 Wochen Pause für Isa, Björn, Marieke und Marvin, bevor es in das Sommertraining geht.
Keine Pause gibt es dagegen für Josi, die an diesem Sonntag für das absolute Highlight sorgte. Nach ihrem 200m Vorlauf in 24,91s kamen ihr Zweifel, ob sie sich noch steigern könne, denn nach eigenem Gefühl hatte sie schon alles gegeben. Vor ihrem Finale bekam sie Kopfschmerzen und weiche Beine. Wenn sie mir doch nur glauben würde :-) ! Ich redete ihr gut zu, dass sie noch deutlich zulegen könne und eine Zeit um 24,70s drin ist. Ihre Konkurrentin war Anna-Lena Freese, die als 94er Jahrgang 3 Jahre Jünger als Josi war. Ein Sieg musste also her, um die junge Nachwuchssprinterin in die Schranken zu weisen. Kurz vor dem Startschuss war Josi so fokussiert, wie sie es eben sein muss. Zur rechten Zeit ruft sie ihr Bestes ab und sucht ihre Leistungsgrenze wie nur wenige unter den Sprinterinnen. Vor der zweiten Kurve hatte sie auf Bahn 3 laufend ihre Kontrahentin geschluckt und raste unaufhaltsam der Ziellinie entgegen. In ihrem Sog rannte die noch B-Jugendliche auf den zweiten Rang in für sie phantastischen 24,64s.
Josi sprang nach dem Zieleinlauf in einem Freudensprung jubelnd in die Höhe und stieß einen Glücksschrei aus, bevor sie sich freudetaumelnd zu Boden sinken ließ. 24,55s standen auf der Uhr. Norddeutsche Meisterin nach ihrem Vizetitel gestern und ein Sprung in eine andere Sprintklasse. Mit dieser Zeit rangiert sie derzeit auf Platz 4 der DLV U20 Bestenliste. Glücklich und hochmotiviert geht es für sie am 19.2. zu den Deutschen Jugend Hallenmeisterschaften nach Halle, wo sie in unseren Vereinsfarben leuchtend ihrer Konkurrenz das Beste abfordern wird!
Eine Kuriosität in fast kosmischem Ausmaß hätte es beinahe bei diesem fulminanten Auftritt über 200m gegeben. Birgit Brodbeck (heute Frey), unsere ehemalige Rönnauer Ausnahmesprinterin hält den aktuellen Landesrekord über 200m in 24,47s. Gelaufen ist sie diesen am 6.2. 1993, also vor fast auf den Tag genau 17 Jahren und wo?
In Hannover! Also, das wäre ein Hammer gewesen…dann hätte ich mich glatt auch auf den Fußboden neben Josi gelegt… Die Freude war aber auch so riesengroß :-) .
Das waren überzeugende Leistungen bei den Norddeutschen Meisterschaften und nicht zum ersten Mal war der SC Rönnau wieder der erfolgreichste Schleswig-Holsteinische Verein!
Ralph und ich hatten sehr viel Freude!

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