Archive für September 2009

Spät, aber dennoch: DM der A- und B-Jugendlichen Rhede

Es sollte für viele der Jahreshöhepunkt werden und in der Tat gab es im Vorfelde zu den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rhede so viele neue persönliche Bestleistungen und Leistungssteigerungen, dass man das eigentlich kaum noch toppen konnte.

Zunächst einmal gelangen den Rönnauern insgesam 17 Einzelnormen für die DM und das ist über 15 Jahre her wo wir das zum letzten mal hatten. Fast jeder hatte 2-3 Einzelnormen erzielt und somit fuhren sechs hochmotivierte Rönnauer in ihren unverwechselbaren Trikots zu den nationalen Titelkämpfen. Leider nur sechs muss man sagen, da es eigentlich sieben gewesen wären, denn Philine war ganz fest mit eingeplant, aber ihre Gesundheit ließ es in den letzten Tagen nicht zu, mit an den Start zu gehen, um nichts Schlimmeres zu riskieren. Die Entscheidung für die Gesundheit ist die Richtige gewesen, und es werden gewiss weitere Qualifikationen und neue Chancen kommen, um den nun leider aufgegebenen Start nachzuholen. Wir drücken fest die Daumen!

Mit dabei waren Maya Rehberg als Jüngste (noch Schülerin) in unserem Team, Nadja Willenborg, Isabell Teegen, Stig Rehberg, Svend-Bjarne Beil und Jan-Eric Bostelmann-Arp.

Mit als Aussichtsreichste für eine Platzierung auf dem Treppchen war Isabell, die über 800m mit der schnellsten Meldezeit an den Start ging. Die vergangenen Wochen hatten sehr an ihrem Körper gezehrt. Der Einsatz bei den Europäischen Jugendspielen war ein tolles Erlebnis, lag aber unmittelbar in der Vorbereitung vor den DM in Rhede. Es waren schon einige Wettkämpfe in ihren Knochen und so war vor den Meisterschaften eigentlich nur noch Joggen und Gymnastik auf dem Programm. Es war zu hoffen, noch ein wenig Form mitzubringen und sich bestmöglich zu verkaufen und das tat sie auch.
Im Vorlauf brauchte sie nicht an ihre Genzen gehen und konnte mit einer ruhigen und gleichmäßigen Renneinteilung in 2:13,01min den Finaleinzug perfekt machen.
Dort im Finale war allen klar, dass Nicole Klasna von dem TSV 1860 Rosenheim noch eine Rechnung mit Isa offen hatte. Sie hatte in Schweinfurt gegen Isa verloren und durfte nicht mit auf den Internationalen Wettkampf, weil Isa den Platz ergatterte. Sie hatte alle Kräfte gespart und konnte sich voll auf die DM konzentrieren und auch die anderen waren hochmotiviert, denn von dem hohen Anfangstempo ließen sich die Konkurrentinnen nicht abschütteln. Vorneweg lief die Klasna ein unangefochtenes Start Zielrennen. Mit beeindruckendem Schritt lief sie wild entschlossen zu ihrem Sieg und konnte sich auch im Finish den Angriffen der Gegnerinnen erwehren. Ihr war der Sieg zu gönnen. Mit 2:08,83min verdrängte sie Isa damit von der Spitzenposition der Bestenliste.

Isa hatte von mir gar keine Vorgabe für irgendwas. Sie sollte Spass haben und ihr Bestes geben und das konnte man sehen. Das war das erste Rennen, in dem sie ausnahmslos alles gegeben hatte. Sie hängte sich von Anfang an an Nicoles Fersen und ließ sich ziehen und auch nicht abschütteln. Auf der Zielgeraden setzte sie zu ihrem Schlusssprint an und wurde vor dem Ziel sogar noch ganz knapp abgefangen. Mit 2:09,25min wurde sie hauchdünn Dritte, holte ihre erste Medaille bei Titelkämpfen und sank erschöpft in meine Arme und brach in Tränen aus. Die Saison war geschafft, der Körper restlos alle und das Treppchen erreicht: Endlich Pause und Urlaub! Isa du hast es dir verdient! Gratulation zu einer überragenden Saison!

Maya, das Multitalent hätte sich alle möglichen Disziplinen aussuchen können oder sogar die Teilnahme an der DM Block eine Woche zuvorher wäre möglich gewesen, aber zu gunsten ihres 3000m Rennens, für das sie sich schließlich entschied, sollten alle Kräfte geschont werden. Mit an ihre Seite Nadja, die nach ihrem furiosen 3000m Rennen bei den NDM in Lübeck dicht an Mayas Fersen in 10:13,80min ins Ziel sprintete. Insgesamt gingen 22 Läuferinnen der B-Jugend in Rhede an den 3000m Start. Nur noch eine weitere Schülerin war in diesem Teilnhemerfeld, die aber nicht mit der Spitzengruppe mitgehen konnte. Maya war hochmotiviert ihre Bestzeit nach oben zu schrauben und in jedem Falle eine 9:5…min zu laufen. Das war im Rahmen ihrer Möglichkeiten und damit wäre auch nach oben Richtung Treppchen alles möglich. Nadja verriet mir nach dem Rennen, dass sie schon mit einer Zeit um 10:30 zufrieden gewesen wäre. Sie wußte, dass es schwer war so einen tollen Lauf wie in Lübeck zu wiederholen.
Maya und Nadja hatten beide nicht ihren besten Tag erwischt. Maya fehlte ebenso wie Nadja am Ende das nötige Tempo um weiter vorne mitzugehen. Beide mussten etwas abreißen lassen, was zwar schade für die Platzierungen war, aber dennoch kein Beinbruch, denn nach einer makelosen Freiluftsaison mit diversen persönlichen Bestleistungen darf es auch mal der niedrigere Gang sein. Wichtig sind die Erfahrungen dieser Meisterschaftsrennen. Nadja konnte mit 10:36min den 12. Rang belegen und hätte Bestzeit laufen müssen, um unter die besten 8 zu kommen. Maya belegte in der Endabrechnung den 8. Rang und war nicht recht zufrieden, aber auch nicht richtig unzufrieden. Sie wußte, dass sie mehr drauf hat, aber es ging einfach nicht schneller. Beide schauen auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück und können hochmotiviert ins Wintertraining einsteigen.

Stig hatte sich für die gleiche Strecke entschieden und durfte sich mit 14 weiteren Konkurrenten messen. Ganz besonders hervorzuheben sind Stigs kürze Laufdistanzen, bei denen er sich stetig verschnellern konnte, was ihm letztendlich auch eine tolle 3000m Zeit im Vorfelde der Meisterschaften beschert hatte. Besonders in Erinnerung ist mir da noch der 800m Lauf aus Zeven in dem er doch glatt in einer 26er Zeit bei 200m durchging, was, wie sich im Folgenden zeigte, nicht nur mutig oder gar leichtsinnig war, sondern gekonnt, denn er kompensierte das hohe Tempo und brach auch auf den letzten 100m nicht ein.

Als mir Stig nach dem 3000m Finale in Rhede in die Arme lief und ich ihn fragte ob er zufrieden sei, kam eher ein jein. Auch er wirkte nicht recht unzufrieden, wußte aber, da war wohl mehr drin. Er beschloss seinen Lauf ebenso wie Maya mit enem tollen 8. Platz. Die Zeit von 8:54,53min war nur 4s über seiner Bestzeit. Wäre es optimal gelaufen hätte er fünfter werden können. Weiter nach oben wäre eine deutliche Bestzeit erforderlich gewesen. Der Sieger lief hier doch schon in einer anderen Klasse. Bei 8:26,75min blieb die Uhr für Marcel Fehr stehen. Ähnlich wie für Maya und Nadja gilt auch für Stig: eine tolle Saison mit vielen Bestleistungen und eine tadelose Leistung bei der DM. Nächstes mal nicht ganz so viel Fahrrad fahren in Schweden, dann sind die Beine ein wenig frischer ;-) .

Barni wartete mit seiner ersten Teilnahme bei den DM Jugend auf und war sichtlich beeindruckt und nervös. Auch sonst ist Barni immer sehr bei der Sache, wirkt äußerst konzentriert, fast wie in Trance. Nervosität kann so hilfreich sein, aber auch das Fass zum überlaufen bringen ;-) ! Das Zauberwort heißt da “Chillen” und genießen, aber ganz genau so war Pascal auch bei seiner ersten Meisterschaft. Nichts essen konnte er und geschlafen hat er auch kaum. Barni ähnlich… und die Zeit auch ähnlich. Mit 50,34s lief er zur neuen persönlichen Bestleistung und hätte auch noch 80m weitersprinten können. Sichtlich gehemmt und vorsichtig ging er die ersten 200m seines 400m Sprints an. Dann aber fasste er sich in der Kurve ein Herz (das hatten wir besprochen) und rannte auf, überholte 2 Gegner und kam immer dichter an die anderen. Es langte trotz Bestzeit leider nicht für das Finale. Barni wußte genau, dass er dies locker geschafft hätte, aber die 400m sind dann eben doch nicht ganz einfach zu laufen. Die richtige Einteilung entscheidet über hop oder top. Hier hat es trotz top nicht ganz reichen sollen, aber eine wichtige Erfahrung hat er gelernt und die ist Gold wert. Ich freue mich auf die nächsten DM und deine weitere Entwicklung. Das B-Finale reichte zu einem 14. Platz und dann waren die Knochen und Muskeln doch nicht mehr so frisch wie am Vortag.

Für den Abschluss dieser tollen erfolgreichen Auftritte Rönnauer Athleten sorgte Jan-Eric mit seinem 2000m Hindernislauf!
Auch diesen Qualifikationslauf in Zeven durfte ich live erleben und war schwer beindruckt von der Art und Weise wie diese Zeit zu stande kam. Mit einer tollen Hürdentechnik überquerte er die Hindernisse und lief sie richtig an, während andere sie übersprangen und abbremsten. Das war schon ein Augenschmaus!

In Rhede kann man sagen hat es ihm von allen am wenigsten an Motivation und Angriffslust gefehlt ;-) ! Den anderen natürlich auch nicht, aber ihr wißt schon worauf ich hinaus will. Wer den Lauf gesehen hatte, konnte seinen Augen nicht ganz trauen. Wer war eigentlich dieser Läufer da vorne mit dem gelbleuchtenden Trikot, der sich langsam vorbeischob um die Führung zu übernehmen??? Frech war das und mutig! Konnte das gut gehen? Jan-Eric dachte sich: na dann geh ich halt mal vor, dann kann Jörn am Wassergraben auch besser Fotos machen :-) ! Nein, das hatte er sich gewiss nicht gedacht, aber das zeigte in jedem Fall seine Anspannung und seinen Ehrgeiz da vorne mit anzugreifen und das Beste aus sich herauszuholen. Es hätte ja auch klappen können, aber es kam leider doch so, dass er in der Schlussphase seinem überhöhtem Tempo Tribut zollen musste und lief schließlich mit einer Zeit um 6:15min als 16. ins Ziel! Unter die ersten 6 wäre es bestimmt gegangen, aber auch er soll sich nicht ärgern. Es gibt immer und überall viel zu lernen und zu erfahren und alles kann man als Trainer sowieso nicht vermitteln und das ist auch gut so.
Diese DM werden ihre Wellen schlagen und frischen Wind in die Trainingsgruppen wehen, andere motivieren und sie machen jetzt schon Lust auf mehr.

Es hat mich gefreut dabei zu sein, denn ich glaube fest, dass wir hier eine geballte Ladung an Talenten mit großem Potential haben und die nächsten Ereignisse lassen nicht lange auf sich warten.

Gratulation und Danke an alle!

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