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10.8.2009 von info.
Für den einen zum ersten Mal und für den anderen zum letzten Mal. So lautete das Motto der diesjährigen Deutschen Schülermehrkampfmeisterschaften in Bad Oeynhausen.
Die voraussetzungen für unsere Rönnauer Starter Arian (M14) und Björn (M15) waren zudem sicher nicht einfach.
Björn hat zwar schon DM-Erfahrung , ist aber als ausgewiesener Läugfertyp kein wirklicher Mehrkampfspezialist. Und so fand er sich folgerichtig in der Meldeliste des Blocks Lauf im hinteren Drittel wieder.
Arian sprang noch in letzter Sekunde auf den DM-Zug und fieberte seinen ersten “Deutschen” entgegen. Das nahm er dann aber auch ein bißchen zu wörtlich und fing sich im Anschluß des Talentiade-Camp in Malente kurz vorher noch eine leichte Mandelentzündung ein. So mußten wir doch noch um Arians Start bangen. Aber am Donnerstag gab es dann Entwarnung. Arian konnte dabei sein!
Am Samstag begann Arian dann seinen Blockwettkampf Sprint/Sprung mit seiner Zitterdisziplin Weitsprung. War diesmal ein Sprung annähernd vom Brett möglich? Das Einspringen sah gut aus. Der erste Versuch dann: 5,07m - neue Bestleistung. Aber wieder das Brett nicht getroffen! Es ist wie verhext. Und trotz Vorverlegens der Anlaufmarkierung entfernt sich Arian in Versuch 2 und 3 immer mehr vom Brett. Somit bleibt der erste Versuch der Beste. Nichts herausragendes, aber trotzdem ok.
Als zweite Disziplin folgte der Hürdenlauf. Alles sah flüssig und rund aus, aber die Zeit von 13,13s zeigte spätestens jetzt , dass Arian die Woche davor krank war. Arian war natürlich nicht zufrieden und wollte sich wenigstens im Speerwurf gut verkaufen. Und da haute er dann einen raus. 41,55m!
Neben der neuen Bestleistung war das auch die siebtbeste Speerwurfleistung im 47-Teilnehmer starken Athletenfeld.
Die vierte Disziplin war der 100m-Sprint. Neben der noch angeschlagenen Konstitution wirkte nun noch zusätzlich der starke Gegenwind von 2,5m/s auf Arians Zeit. 13,83s ließen jegliche Hoffnung auf eine ordentliche Gesamtpunktzahl schwinden. Dennoch gelingt Arian nach einem langen Wettkampftag im abschließenden Hochsprung mit 1,64m die Einstellung seiner Bestleistung.
In der Summe brachte das 2553 Punkte und Platz 37. Ein Mehrkampf also, der insgesamt nicht zufrieden stellte. Aber unter den Voraussetzungen muß man auch mal mit Teilerfolgen zufrieden sein.
Björn begann seinen letzten Blockmehrkampf seiner Karriere mit dem Hürdensprint. Und er legte gleich eine persönliche Bestzeit hin - 12,88s.
Es folgte der Ballwurf und zugleich eine leichte Ernüchterung. Es lief heute nicht ganz so gut für Björn. Mit 49,0m lag er fast 10m unter seinen Möglichkeiten und verlor somit schon früh den Anschluß an die Spitze des Feldes. Mit dieser “Last im Gepäck” ging es dann zum Weitsprung. Und hier kam es trotz mehrfacher Anlaufkorrektur zum worst case - 3 ungültige Versuche!
Björn hat alles riskiert, um doch noch auf “Tuchfühlung” an das vordere Mittelfeld zu kommen. Und alles verloren. Da keinem in seiner Riege ein derartiger Fauxpas unterlief, fiel er auf den letzten Platz zurück und sollte ihn auch nicht mehr verlassen. Dennoch zog er seinen Mehrkampf durch und zeigte nach ordentlichen 100m in 12,81s noch einmal Moral, indem er sich in seinen 2000m-Lauf noch einmal richtig reinhängte und in starken 6:16,74 min. ins Ziel kam. Mit diesem neuen Kreisrekord zog er sich dann immerhin noch versöhnlich aus der “Affäre”.
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9.8.2009 von info.
Isabell hat bei ihrem ersten Auftritt im Nationaltrikot im finnischen Tampere einen herrvorragenden internationalen Einstand gefeiert. Nach dem Erreichen des Vorlaufes konnte sie im Endlauf noch einer Läuferin die Hacken zeigen und wurde 7.
In nur so kurzer Zeit gelang Isa damit etwas bislang einmaliges bei den Leichtathleten. Herzlichen Glückwunsch für den Erfolg und ich finde es toll mit welcher Art und Weise du damit umgehst!
Isabell war so nett ihre Eindrücke von ihrer einwöchigen Reise zu Papier zu bringen und läßt uns nun hier daran teilhaben:
Wenn auch etwas verspätet, möchte ich euch noch einmal von meiner Reise nach Finnland berichten: Am Samstag, den 18.7. ging es um 9.oo Uhr morgens vorerst mit dem Flugzeug von Hamburg nach Frankfurt und mit der gesamten Truppe weiter nach Helsinki, von wo wir mit dem Bus nach Tampere gebracht wurden. Nach fast 12 Stunden standen wir dann endlich vor dem Olympischen Dorf und mein einziger Wunsch war ein Bett
. Dann kam auch schon eine Verantwortliche vom DOSB mit unseren „Ausweisen“, welche es uns ermöglichten ins Olympische Dorf, die Kantine und das Stadion zu kommen. Nachdem sie nichts mehr in den Händen hielt, hieß es nur noch: Gut, jetzt hat ja jeder seinen Ausweis, dann kann’s ja los gehen! Ich dachte, dass wäre doch jetzt nicht ihr Ernst und rief der schon los stürmenden Truppe noch schnell hinterher, dass sie wohl einen vergessen hätten. Nachdem mir nur nur kurz zugerufen wurde, ich solle „einen Moment“ warten, verbrachte ich mal eben 3 Stunden im Gras liegend mit meinen iPod (leider hatte ich nur Musik für 2 Stunden, so kam es schon mal vor, dass ich einige Lieder 2 x hörte). Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, heute noch einmal in einem Bett liegen zu können, da riss mich ein Engländer aus meinem Halbschlaf, in den ich mittlerweile bereits verfallen war und hielt mir meinen „Ausweis“ entgegen. So konnte auch ich mich endlich zu den Anderen begeben, die natürlich schon längst auf ihrem Zimmer waren. Wir wohnten zu sechst in einem Appartement und mit drei Athleten in einem Zimmer. Glücklicherweise hatte Alex, die Speerwerferin, ein Bett für mich freigehalten, was wir schon im Bus beschlossen hatten. Unsere dritte Zimmergenossin war Luise, die während der gesamten Reise leider mehr mit ihren Bonbons (von denen sie gleich 12 Packungen mitgebracht hatte – man hätte ja verhungern können) beschäftigt war, als dass sie sich mit uns unterhielt. Am ersten Abend gingen wir dann noch in die Kantine (über das Essen möchte ich erst gar nicht anfangen zu berichten, denn das war leider nicht so lecker
; ich sag nur soviel, glücklicherweise hatte ich noch meinen Powershake, denn ohne den wäre ich womöglich verhungert). Um 23:00 Uhr!!! fand dann unsere Teambesprechung statt, die von nun an zum täglichen Ritual wurde, nur nicht immer so spät
. Nach einer ziemlich kurzen (ihr hättet mir ja auch mal sagen können, dass es in Finnland nicht dunkel wird
! ) und auch unbequemen und unruhigen Nacht (das Bonbonpapier knisterete noch bis halb zwei) ließen wir den Sonntag ganz ruhig angehen: es wurden lockere Dauerläufe absolviert, das Stadion angesehen (wirklich wunder, wunder schön) und am Abend stattete ich der Physio noch einmal einen Besuch mit meinem immer noch schmerzenden Fuß ab. Doch schon nach wenigen Minuten schlug die nur noch die Hände über dem Kopf zusammen, was meine Zuversicht für Dienstag vorerst in den Keller sinken ließ. Danach ging es dann zum Gruppenfoto und zur Eröffnungsfeier, die im Eisstadion stattfand und sich als einfach unbeschreiblich erwies (es wurde Ballett getanzt, gesungen, Feuer gespuckt,…). Den Montag nutze ich dann noch einmal zur Erholung und nach dem Auftakttraining legte ich mich am Nachmittag nocheinmal ins Bett, wo ich trotz meiner Anspannung (sowohl mental als auch muskulär) noch einmal einschlief. Auf dem Weg ins Stadion am Dienstagnachmittag wurde die Laufeinteilung mit Katrin Dörre-Heinig (ehemalige weltklasse Marathonläuferin) besprochen: es gab drei Vorläufe, somit würden die beiden ersten in jedem Lauf und zwei Zeitschnellste weiterkommen. Da ich es mir nicht erlauben könnte ein Trödelrennen zu laufen, lautete die Devise: Von Anfang an druckvoll vorne weg laufen und die erste Runde in 62s durchzugehen. Da ich ja nun wußte was zu tun war, konnte ich mich eine Stunde vor dem Start beruhigt warm machen. Im Callroom dann befand ich mich das erste Mal mit Läuferinnen anderer Nationalitäten auf so engem Raum und musste festellen, dass ich die einzige war, die hier noch Socken in den Spikes trug. Doch auch das Barfußlaufen hätte meine noch andauernden Fußschmerz nicht gelindert. Bei den Steigerungen auf der harten Bahn versuchte ich einfach nicht daran zu denken und während dem Rennen hatte ich sowieso auf wichtigere Dinge zu achten: Insgesamt lief der Lauf eigentlich wie geplant (ich ging 62,9s durch) abgesehen davon, dass bei 600m plötzlich zwei Läuferinnen an mir vorbei zogen. Doch nun hatte ich schon 600m Führungsarbeit geleistet, da wollte ich auch mindestens Dritte werden und kam mit einer Zeit von 2:11,54min ins Ziel und all die Anspannung war verflogen. Nun hieß es aber vorerst abwarten. Hatte es fürs Finale gereicht? Ich war schließlich nur dritte und musste darauf hoffen eine der beiden Zeitschnellsten zu sein. Aber Gott sei Dank ja, ganz knapp konnte ich mich qualifizieren und somit war mein Ziel erreicht: Ich war im Finale meiner allerersten Internationalen Meisterschaft und war überglücklich. Von nun an konnte ich die gesamte Veranstaltung noch mehr genießen. Die nächsten 2 Tage verbrachte ich im Stadion und damit, die Deutschen Athleten anzufeuern. Mittlerweise hatte man sich besser kennengelernt und eine Menge Spaß. Am Freitag war es dann soweit, unser letzter Tag stand bevor und um 15.40 Uhr ertönte dann der Startschuss zum 800m Finale. Seltsamerweise war ich dieses Mal kaum aufgeregt. Ich freute mich einfach, es soweit geschafft zu haben und ein 2. Mal für Deutschland an den Start gehen zu dürfen. Dieser Lauf wurde ein taktisches Rennen: Nach dem Start auf Bahn 1 konnte ich nach der Kurve nur hinter dem Pulk herlaufen und blieb die ersten 700 Meter an Postition 8. Im Schlussspurt konnte ich dann glücklicherweise noch einen Platz gutmachen
. Die Siegerzeit von 2:09 Min. zeigte mir, dass in einem Meisterschaftsrennen alles möglich war. Am Abend ging es dann noch ein letztes Mal zur Abschlussveranstaltung ins Stadion, wo dann ausgelassen gefeiert wurde. Nach einer sehr kurzen Nacht (ich hatte stolze 2 Std. in meinem Bett verbracht) und einer „aufwendigen“ Rückreise hatte ich am Samstag um 16.50 Uhr nach einer Woche wieder deutschen Boden unter den Füssen, wertvolle Erfahrung gesammelt, eine menge Spass gehabt und neue Freunde gefunden. Alles in allem war es eine wundervolle und unvergessliche Woche!
Isabell
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