Archive für Juli 2009

Stig ist Norddeutscher Meister

Als letzter Wettkampf vor den Deutschen Jugendmeisterschaften waren die NDM Männer / Frauen und Jugend B in Lübeck vor allem für unsere Läufergarde ein willkommener Formtest.

Allen voran bewies Stig (MJB) seine ansteigende Formkurve mit einem starken 3000m-Lauf. Bis ca 2600m im Gleichschritt mit Philipp Baar (Schweriner SC) zusammen in Führungsarbeit , konnte er sich dann sogar von ihm lösen , um dann deutlich den Sieg einzufahren. In 8:49,42min blieb er sogar 17sek unter seinen alten Bestzeit. Tolle Leistung!

Im 3000m-Lauf der weiblichen Jugend B standen mit Nadja und Maya gleich 2 Rönnauerinnen im Startaufgebot. Und auch wenn Maya insgeheim den Titel anvisierte , so war primär aber ihre Aufgabe die Quali für die “Deutschen” mit einer “ordentlichen” Zeit zu sichern.
Maya konnte lange das Tempo der Führenden Natalie Bublitz (LG Süd Berlin) mitgehen und mußte erst auf den letzten 1000m etwas abreißen lassen. Auf der Zielgeraden sah sie schon wie die sichere Zweitplatzierte aus. So dachte sie wohl auch selbst und ließ sich prompt doch noch überraschen und von Christin Liedtke (LG Wedel-Pinneberg) überspurten.
Trotz ihrer guten Zeit von 10:11,34min war sie ein bißchen enttäuscht. Aber wichtig ist was am Ende herauskommt; also bei den Deutschen Meisterschaften!!
Richtig zufrieden war dagegen Nadja. Das freudestrahlende Lächeln wollte nach ihrem Lauf gar nicht mehr aus ihrem Gesicht verschwinden. Nadja hatte aber auch einen Glanztag erwischt. Couragiert blieb sie der Spitze nahezu auf Tuchfühlung und konnte am Ende dicht hinter Maya als Vierte in 10:13,80min einlaufen. Das waren fast 30sek Zeitverbesserung. Super Nadja!

Jan-Eric testete erstmalig in dieser Saison sein Stehvermögen auf den 800m aus. Und das äußerst erfolgreich. Mit neuer Bestzeit von 1:56,42min holte er sich dieses Jahr sogar seine 3.Quali für die Deutschen. Respekt mein Lieber!

Um 1:56min herum wäre auch Barni gerne gelaufen. Doch wieder einmal war die erste Runde zu langsam. Und im Endspurt mußte er zwei Mitstreitern den Vortritt lassen. Aber auch seine Endzeit von 1:59,38min trübten seine Stimmung etwas ein. ;-)
Positiv verbucht wurden dagegen Hendriks 2:04,56min. Bestätigen sie doch nach Verletzungspause seinen derzeitigen Aufwärtstrend.

Barni konnte dann Tags darauf doch noch einmal beweisen , daß er eine schnelle Stadionrunde laufen kann. Diese brachte ihm mit guten 51,11s erneut den Bronzeplatz.

Alles in allem ist festzuhalten: Rhede kann kommen!!

Wer kämpfen kann, der wird belohnt

Büdelsdorf – Die allerletzte Gelegenheit, doch noch die geforderte Norm für den Blockwettkampf zu schaffen, bot sich Arian Bärschneider am 16. Juli 2009 in Büdelsdorf. Die Vorboten jedoch versprach zunächst nichts Gutes. Der Blick aus einem Kieler Fenster zeigte nicht nur dunkle Wolken, heftiger Regen prasselte ans Fenster. Auch auf der Fahrt zum Büdelsdorfer Eiderstadion wurde es nicht besser. „Na, dieser Wettkampf fällt wohl ins Wasser“, dachten Coach „Bo“ und Athlet bei getrennter Anreise (Trainer Ralph war leider verhindert). Wie von Zauberhand änderte sich das Wetter, als wir den Ort des Geschehens erreichten. Da hat wohl Organisator Johannes Rabe die richtigen Schalter an seiner „Wettermaschine“ umgelegt – es wurde schwül warm – die Sonne schien – fast optimale Bedingungen, eine Punktzahl von 2575 für den Blockwettkampf Sprint zu erreichen.
Arian war heiß, zudem hatte er neue Hochsprung-Spikes im Gepäck, er war gut eingestimmt. Einige Male den Anlauf an die erste Hürden getestet, dann der Start zum 80m-Hürden-Sprint. Arian kam gut weg, unterwegs gab es sanfte Touchierungen an einigen Hindernissen, die einen etwas unruhigen Lauf mit sich brachten. Doch die Zeit hatte es in sich: „12,2 sec. - eine Verbesserung von einer halben Sekunde“, dachten Arian laut und ich leise – whow, ein toller Auftakt. Danach ging es zum Hochsprung; „Leg mal auf 1,60 m“. forderte Arian nach kurzem Einspringen. Die neuen „Puschen“ trugen ihn förmlich über die Latte. 1,64 m – zweite Bestleistung an diesem Tag. 1,68 m riss er denkbar knapp. Diese Höhe behält sich wohl für die „Deutschen“ vor. „Jetzt 100 m?“, fragte Johannes und fand die Zustimmung aller. Arian hatte die amtieren Landesmeisterin Kathrin Deutschmann neben sich und lief erneut zur Bestform auf: 12,8 sec. (dritte Bestleistung). Konnte jetzt noch etwas schief gehen? Antwort allgemein: „Im Mehrkampf kann alles passieren“. Aber es gibt Ausnahmen – heute war eine. Einmal den Balken beim Weitsprung treffen, dann geht es weit, wussten alle Beteiligten. Erster Versuch, wieder vor dem Brett abgesprungen, aber es war augenscheinlich weit. „5,03 m“, ertönte die Stimme des Kampfrichters. Freude bei Arian, Jubelsprünge bei seinem Vater und Opa (die Geldbörse kann schon mal gezückt werden). Zwei weitere mit vorverlegtem Anlauf hätte man sich sparen können – kein Absprung vom Balken. Was soll´s. Die Punktetabelle gab Aufschluss: „33,50 m muss der Speer geworfen werden“ – eigentlich kein Thema. Doch der 40m-Mann sollte noch einmal zeigen, was er drauf hat. „Du musst noch mal alles geben – 38 m“. Diese Konstellation kann es im Wettkampf bei einer Entscheidung schon mal geben. Auftakt zur letzten Disziplin. Arian wirft, das Gerät flog eigentlich gut – über 35 m. „Geschafft“, dachte ich, für Arian scheinbar zu wenig. Es folgten 31,50 m Meter. Arian ward bleich, zweifelt an sich. Vater Rainer rannte aufgeregt zu mir, ich markierte die Einstichstellen auf dem Rasen. „Arian wird nervös, wollen wir es ihm nicht sagen?“. „Nee, er soll noch mal Stärke zeigen – wie bei einer wichtigen Entscheidung“. Letzter Versuch – Arian läuft gut und schnell an, traf den Speer und … er segelte und segelte – ich wusste, das war´s. 38,58 m – Freude beim Athleten. „Der erste Wurf war schon weit genug“, lüftete ich das Geheimnis. Umarmungen folgten und Riesenfreude über 2628 Punkte. Er darf mit nach Bad Oeynhausen. Mit einem Essen in einer Wahlstedter Gaststätte – Ralph war mittlerweile dazu gekommen - verlieh Rainer Bärschneider seiner Freude Ausdruck über diesen gelungen Jubeltag. Herzlichen Glückwunsch, Arian - eine Superleistung.

…20,21,22,23!!!

Man soll ja nicht zu sehr auf den “Medaillenspiegel” schielen , ist doch die Leistung jedes Einzelnen zu achten. Und dabei ist die Platzierung nicht immer wichtig. Aber die Anzahl der Landesmeistertitel , die allein unsere Jugendlichen dieses Jahr erreicht haben , ist schon außergewöhnlich.

Die “20″ voll machte dabei Barni. Als Jüngster trat er im A-Jugendlauf über 400m an und zeigte ein couragiertes Rennen. In einem starken Finish siegte er in neuer persönlicher Bestzeit von 50,54s.
Tags darauf traf er erneut auf die ältere Konkurrenz. Diesmal über 800m. Es sollte ein vielversprechendes Rennen werden , trat doch mit Julian Poltrock (SG Kronshagen / KTB) ein guter 400m-Läufer an. Julian gehört zwar der Männerklasse an und läuft somit außer Konkurrenz , hätte aber für Barni ein guter Tempomacher sein können. Hätte….! Hat er aber nicht. Julian hat sich auf seinen Schlußspurt verlassen und Barni mußte somit unerwartet viel Führungsarbeit übernehmen. Dadurch war an eine neue Bestzeit nicht zu denken. Aber sein 2. Titel in an diesem Wochenende in dennoch ordentlichen 1:58min war ihm dennoch sicher.

Im 1500m-Lauf der WJA stand ein hochkarätiges Feld am Start. Und das die ersten vier im Einlauf , allesamt als B-Jugendliche deutlich unter 4:50min blieben , bestätigte es am Ende auch.
Ihren ersten 1500m-Lauf überhaupt absolvierte dabei Isabell. Und gleich lief sie frech vorneweg ein alleiniges Rennen. 4:40,67 am Ende ihre Siegerzeit. Für einen ersten Lauf auf dieser Strecke äußerst beachtlich. Einen beachtlichen “Sicherheitsabstand” ließ Stella Kubasch (Ratzeburger SV) und lief mit 4:46,60min als zweite noch hinein in das Rönnauer Terzett. Mit neuen p.B. folgten ihr nämlich Nadja(4:47,90min) und Philine(4:48,01min) dicht auf den Fersen. Super Mädels!

Der 1500er der MJA wurde dann aber so richtig spannend. Halstenbek vs Rönnau hier die treffende Kurzumschreibung. Tobias Nowigk und Heiko Lehmann gegen Jan-Eric und Stig! Tobias ließ sich anfangs die Kontrolle des Führungsquartetts nicht nehmen. Stigs und Jan-Erics Versuche vorbeizugehen waren eher halbherzig , aber abschütteln ließen sie sich genausowenig wie Heiko. Die Spannung blieb. 300m vor Schluß blies Jan-Eric zum Angriff. Die letzte Lücke zu Tobias wurde geschlossen und in der Kurve geht Jan-Eric sogar vorbei. Und bis zum Schluß ließ er sich die Führung nicht mehr nehmen. 4:05,04min - Quali für die Deutschen Jugendmeisterschaften!! Neben den 2000m Hindernis schon seine zweite. Glückwunsch!
Im schlepptau Stig , der direkt hinter Tobias als dritter seine Bestzeit auf 4:07,78min schraubt. Ebenfalls mit neuer p.B. kam Hendrik noch als 6. ins Ziel. 4:21,74min bedeuteten gleich 14 Sekunden Zeitverbesserung!

Den Rönnauer Sprint vertrat Marvin diesmal allein. Und er zeigte nach schwächeren Wochen nun aufsteigende Tendenz. Auf seinen 3.Platz im 100m Sprint (11,33s) ließ er am Sonntag eine neue p.B. im 200m-Sprint folgen. 22,89s reichten für ihn wieder zum Bronzerang.

Nicht weniger erfolgreich präsentierte sich zeitgleich der Schülernachwuchs.

Tag 1:
Kenneth und Arian(Beide M14) begannen im Stabhochsprung. 2,40m bzw. 2,30m reichten letztendlich zu Platz 3 und 4. Hannes(M14) begann derweil sein Wettkampfwochenende mit dem 100m-Sprint. Er zog ebenso wie Kenneth ins Finale ein. Dort kamen beide zu neuen Bestzeiten. Kenneth ereichte in 12,40s den dritten Rang und Hannes in 13,24 Rang 7.
Arian ging dann noch im Kugelstoß an den Start. Mit sich selbst etwas unzufrieden erreichte er aber eine neue Bestweite von 10,68m und wurde guter Vierter.

Anna-Sophie(W14) mußte erst noch zu ihrem 100m Start überredet werden . Aber am Ende hat es sich gelohnt. Sie ereichte nämlich das Finale und wurde dort mit ,für eine 800m-Läuferin, starken 13,58s Fünfte.

Laura (W14) versuchte sich nach längerer Verletzungspause in den Wurfdisziplinen. Der Diskuswurf gelang nicht sonderlich gut . 22,57m reichten immerhin zu latz 5. Und wohl nicht nur deswegen folgte eine Trotzreaktion im Kugelstoßen. ;-)
9,30m war die neue Bestleistung und bedeutete Platz 4.
Den einzigen Podestplatz des ersten Tages erreichte Sina im Stabhochsprung. Mit für geringen Trainingsaufwand respektablen 2,20m sprang sie auf den dritten Platz.

Zum Abschluß des ersten Tages gab es dann noch die Staffeln. Die Mädels legten mit sehr guten Wechseln eine Zeit von 52,12s hin. So schnell war schon lange keine Rönnauer Schülerinnenstaffel. Meinen Glückwunsch also an Debütantin Steffi , Sina , Maya und Anna-Sophie zum Silberrang.
Nicht ganz so gut gelangen die Wechsel der Jungs. In der Besetzung Hannes , Björn , Arian und Kenneth reichte es dennoch zu einem neuen Vereinsrekord in 48,96s und Platz 3. Glückwunsch Jungs. Ich bin mal richtig gespannt wie´s aussieht wenn die Wechsel erst Klappen.

Der 2. Tag sollte die bisherigen guten Platzierungen aber noch toppen.
Hannes erreichte nämlich mit 13,24s im 80m-Hürdensprint den Vizemeistertitel. Und auch im Weitsprung konnte er sich verbessern. 4,93m reichten zu Platz 5. Etwas unglücklich war Kenneth mit seinem Weitsprungwettkampf. Traf er doch in 6 Versuchen nicht einmal das Brett. So verschenkte er jedesmal wichtige Zentimeter. Mehr als 4,99m und der 4.Platz waren daher diesmal nicht drin. Aber Kopf hoch Kenneth! Der nächste Weitsprungwettkampf sieht schon wieder ganz anders aus. Im anschließenden 300m-Lauf konnte er dann seinen ganzen Frust herauslaufen. 40,49s war dann eine mehr als beachtliche Premiere auf dieser anstrengenden Strecke.
Björn erreicht als “alter Hase” im selben Finale mit starken 38,96s in einer sehr guten Konkurrenz den 4.Platz.
Knapp Anderthalb Stunden später hatte er zudem noch sein 1000m Finale. Ungewohnt hierbei sein 2.Platz. 2:45,07min vom Sieger Timothy Rathjen (LG Bad Schwartau) waren aber auch sehr stark. Aber Björn´s 2:47,41min so kurz nach einem maximalen 300er sind aus meiner Sicht noch ein bißchen Höher einzuschätzen! :-)

Ebenfalls einer starken 1000m-Konkurrenz mußte sich René (M14) stellen. Trotz vorherigen Unwohlseins konnte René seine Bestzeit um fast 10 Sekunden drücken und erreichte in 3:00,86min Platz 4.

Ein kleines Dejavu erlebte Anna-Sophie bei ihrem 800m Start. Wie schon bei der Hallenlandesmeisterschaft verpaßte sie den Start etwas und mußte sich auf den ersten Metern außen am Pulk vorbei arbeiten. Nach ca 150m hatte sie sich dann “freigelaufen” und konnte ihr Rennen gestalten. Und das ziemlich gut. Am Ende war sogar ein Schlußspurt auf den 5.Platz drin und die neue Bestzeit liegt jetzt bei 2:31,38min. Super!

Zum großen Showdown kam es dann eine Altersklasse höher. Maya wollte den Landesrekord und hatte ihn auch fast. Aber eben nur fast. Winzige 3 Hundertstel fehlten. In ca. 66 Sekunden die erste Runde angegangen , ließ sie mit 68 Sekunden eine unwesentlich langsamere Runde folgen. 2:14,74min in der Summe und alles in allem eine Superzeit!

Laura´s abschließende Disziplin am Wochenende war der Speerwurf. 28,73m im ersten Versuch bedeuteten zuerst die Führung. Im dritten Durchgang konterten aber gleich zwei Gegnerinnen und warfen über 31m. Laura´s 5. Versuch gelang noch mal ganz gut. 29,56m! Am Ende blieb es aber beim 3.Platz und das ist aller Ehren wert!

Anschließend hatte Arian dann noch seinen Auftritt.
Erst im Hochsprung. 1,63m übersprungen. Einzig verbliebener Mitstreiter Christian Beth (THW Kiel) tat sich schwer und brauchte den 3.Versuch. Aber dann schaffte auch er es. Nächste Höhe 1,66m. Christian übersprang diese nun auf Anhieb im ersten Versuch und plötzlich steht Arian unter Druck. Arian´s erster Versuch gerissen. Der zweite ist eigentlich drüber doch die Fersen kommen nicht schnell genug mit hoch - wieder gerissen. Und auch der dritte Versuch scheitert. Schade - aber Glückwunsch zum Vizetitel!
In der allerletzten Entscheidung des Tages ,dem Speerwurf der Schüler, wirkte Arian dann schon mental etwas müde. Trotzdem gelangen ihm mehrere 38m-Würfe. Er führte die Konkurrenz nach dem Vorkampf an und bereits vor seinem letzten Wurf stand er schon als Landesmeister fest. aber wir waren beide noch nicht zufrieden. Ich mit der Anlauftechnik , er mit der Weite. Unter dem rhythmischen Klatschen des Speerwurflandestrainers gelingt Arian noch ein abschließender Wurf auf 41,43m!!
Jetzt waren wir zufrieden! Arian mit dem Wettkampf und ich mit dem Wochenende! ;-)

Verpasste Quali - aber … es gibt noch eine Chance

Halstenbek – Noch haben die Mehrkämpfer im Schülerbereich Chancen, die jeweils erforderliche Norm für die Deutschen Meisterschaften im Blockwettkampf und im Mehrkampf am 1./2. August in Bad Oeynhausen zu knacken. Die Kandidaten vom SC Rönnau 74 Arian Bärschneider (M14 – Block Sprint) und René Flägel (M14 – Block Lauf) nutzten am vergangenen Wochenende eine Gelegenheit bei den Kreismehrkampf-Meisterschaften in Halstenbek.
515 Punkte pro Disziplin mussten her. Voll Übereifer und siegesbewusst nahmen beide die 80m-Hürden in Angriff. Gute Bedingungen herrschten, es war warm und leichter Rückenwind begünstigten die Sprinter. Wie schon so oft, was in der Vorbereitungsphase gut funktionierte, war nach dem Startschuss nicht abrufbar. Arian kam viel zu dicht an die erste Hürde, das Abbremsen kostete wertvolle Zehntel. Die Zeit von 12,7 sek. war für Trainer Ralph Meyer zwar in Ordnung, der Patzer löste bei Arian jedoch eine kleine psychologische Sperre aus. Bestzeit für René: 13,9 sek. Nächste Disziplin – Weitsprung. „Trefft doch einmal das Brett“, flehte Meyer seine Schützlinge an. Die fünf Meter sind fällig, weiß Meyer, jedoch kam Arian zwar mit Bestweite auf 4,81 m (René 4,42 m), aber es war zu wenig, einfach zu wenig. Flägel prüfte den 200g-Ball und warf mit 46,5 m eine neue Bestweite. Arian war jetzt heiß, Hochsprung war angesagt. Er bestätigte seine momentane Hochsprungleistung von 1,62 m, beinahe schaffte er 1,65 m – hauchdünn gerissen. 13,0 sec. und 13,4 sec. lauteten die Handzeiten für Arian und René. Erneut begann das große Rechnen. „41,50 m muss ich werfen“, fand Bärschneider heraus. „Das ist nicht unmöglich“, machte Meyer ihm Mut im Gegensatz zu Flägel. 6:19 min. hätte er laufen und seine Bestzeit um 20 Sekunden steigern müssen. „Der 2000m-Lauf fällt für dich aus“. René wischt sich mit der Handoberfläche den Schweiß von der Stirn – Glück gehabt, keine Anstrengung mehr am heißen Nachmittag. Schließlich flog Arians Speer auf gute 38,12 m – jedoch fehlten am Ende 26 Punkte zur DM-Quali. Jetzt gibt es nur noch eine Möglichkeit – in Absprache mit dem leitenden Landestrainer Hinrich Brockmann wird noch ein Wettkampf angesetzt. Wo, das entscheide sich nächste Woche, verspricht Ralph Meyer, „und dann werden alle Kräfte mobilisiert. Trotzdem Jungs, ihr habt gut gekämpft. Gratulation und weiter so.

Pascal bei DM erneut verletzt - Saison beendet!

Ein “hätte, wenn und aber” ist ja meistens wenig hilfreich. So auch in diesem Fall. Pascal hat sich bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm daran versucht doch noch in die Saison zurückzukommen. Mit aller gebotenen Vorsicht haben wir uns in den vergangenen Wochen seit Zeven in erster Linie um physikalische Therapie und einen langsamen Aufbau seiner Leistungsfähigkeit bemüht. Was nicht ging haben wir gelassen und auch die DM in Ulm war überhaupt kein Muss. Seine Entwicklung in den letzten Wochen ging stetig bergauf und er hat sich gut gefühlt. Hier und da ein leichtes Zwicken, aber das ist auch ein wenig zu erwarten. Nach den Muskelfaserrissen war das Muskelbindegewebe vernarbt. Es bilden sich bei solchen Verletzungen meistens Verklebungen und die können auch ziepen. Das wurde aber immer besser und weniger. Das gesteigerte Lauftempo ließ immer mehr Spielraum. Am vergangenen Dienstag lief Pascal dann einen 400m Lauf im Training in 54,6s machte dann 10min Pause und lief noch einen in 51,6s hintendrauf. “Es fühlte sich gut an” und “da geht einiges mehr” war Pascals Meinung. Mittwoch hat er frei gemacht und Donnerstag zu Hause einen 80m Lauf probiert. Der war 8,77s schnell und schmerzfrei. Eine Laufgeschwindigkeit die für die 400m ausreicht.

Pascal und ich haben in den vergangenen Wochen viel diskutiert und abgewogen was die sinnvollste Entscheidung ist. Ohne wirkliches Ergebnis. Sind es nur Verklebungen ist das Risiko niedriger, ist die Narbe noch nicht vollständig belastbar, dann würde ein Start unter Wettkampfbedingungen das wahrscheinliche Aus bedeuten. Dann ist da noch der Kopf. Pascal hatte bislang nie Muskelverletzungen und wie sollte er es also genau einschätzen können? Ich habe mit sehr vielen Trainern gesprochen, die ähnliche Situationen durchlebt haben. Sein alter Bundestrainer kennt solche Probleme nur zu gut und weiß zu berichten, dass dies immer eine Gradwanderung ist. Es klappt und du hast alles richtig gemacht oder der Supergau passiert und du bist der Depp und alle Kritiker haben es besser gewusst. Genau deshalb konnte ich ihm diese Entscheidung nicht abnehmen. Pascal war sich dieser Tatsache bewusst und das Risiko war im eindeutig klar. Er wollte angreifen, er wollte es probieren. Ein Jahr harte Arbeit und Trainingsschweiß sollte nicht vergebens gewesen sein und die letzte kleine Chance für diese Saison war ihm ohne zu zögern folgende Aussage wert:

“Ich will ganz klar nach Ulm!”

Für diesen Mut und diese Einstellung kann ich Pascal keinen Vowurf machen, auch wenn es im Nachhinein betrachtet wie ein klarer Fehler aussieht. So ist das eben. Damit muss man Leben. Man trifft falsche oder zweifelhafte Entscheidungen. Mein Motto ist stets: zuerst die Gesundheit und dann die Leistung. Hier wurde dieses Motto so grenzwertig belastet, dass ich mich auch Frage, wie ich in Zukunft solche Situation bewerte. Es hätte gut gehen können, er war schmerzfrei, fit, schnell genug, hochmotiviert, aber das hat, wie ich jetzt weiß, nicht gereicht.
Als Trainer stehe ich in der Verantwortung, als Athlet tut man das aber auch.
Im Sprint kann es immer zu Verletzungen führen, das bleibt leider nicht aus. Pascal und ich werden es versuchen besser zu machen und wir gehen da durch. Diese schmerzliche Erfahrung ist dieses Jahr wenig hilfreich, aber wir werden daraus lernen und wieder angreifen.

Pascals Verletzung ist diesesmal nicht so schlimm. Bei etwa 70m in der Kurve hat der Muskel einfach dicht gemacht. Kein neuer Muskelfaserriss. Es ist wahrscheinlich nicht mal eine Zerrung, aber der Muskel hat sich einfach durch einen Hartspann geschützt und ein weiteres Laufen unmöglich gemacht. Pascal kann schmerzfrei gehen.

Die Saison ist nun abgeschlossen. Es wird keinen weiteren Versuch geben. Nach 2 Wochen Reha und Aufbautraining wird er in seine 3-4 Wochen Pause gehen. Dann gehen wir ins Wintertraining und alles beginnt von vorne.

Pascal hat alles sehr gut weggesteckt und trauert seiner Entscheidung keine Sekunde nach.
“Das war was ich wollte, ich wollte es probieren. Jetzt ist es so, und ich kann damit leben!”

Wir kommen zurück und machen es besser.

Bestleistungen und eine Wunderwaffe

Schönkirchen – 300 Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer fanden am Wochenende den Weg zur neuen Sportanlage „Augustental“ in Schönkirchen. Mit von der Partie bei den Landesmehrkampf-Meisterschaften war auch eine kleine Abordnung des Nachbarverbandes aus Hamburg. Insgesamt lösten die charakterstarken Königinnen und Könige der Leichtathleten sieben Fahrkarten zu den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 1./2. August in Lage.
„Auf in den Kampf“, hieß die Devise des gut eingespielten Teams des SC Rönnau 74. Sina Maaß (W 15) bestritt den beschwerlichen Weg des Siebenkampfes. Ihre Ergebnisse zeigten, dass ein Aufbautraining angebracht ist. Fortschritte allerdings waren über 800 m erkennbar. Ihre Zeit: 2:51,24 min. In der Endabrechnung hatten sich 3013 P. angesammelt (Platz 9). Arian Bärschneider, Hannes Rohlfs und dem Shooting-Star Kenneth Schöneck bildete das Rönnauer M14-Achtkampf-Trio. Arian ´Bubka´ Bärschneider, der momentan seine Hochsprungleistung kontinuierlich zentimeterweise steigert, hatte nur eines vor Augen: die Quali-Norm (3950 Punkte) im Achtkampf. Sein direkter Gegner hieß Christian Beth, der am Ende das Ticket um einen winzigen Punkt verfehlte. Allerdings hatte der THW-Kieler mit einer schmerzhaften Blessur im Nacken zu kämpfen. Mit insgesamt sensationellen sieben Bestleistungen lag Bärschneider klar im Soll. Bestzeit über 80m-Hürdenbei Gegenwind in 12,84 sek., Kugelstoßen: 10,52 m. Zitterpartie Hochsprung, aber überragende 1,62 m. 2,30 m mit dem Stab (ohne Training). Beim Diskuswerfen dann kam die Ernüchterung. Würfe, die beim Einwerfen weit hinaus segelten, gelangen im Wettkampf überhaupt nicht – 20,02 m die enttäuschende Ausbeute. Da half auch die Speerwurf-Bestweite von 38,68 m nichts. „Gut neun Meter hätte Arian weiter werfen müssen“, hatte Trainer Ralph Meyer flugs nachgerechnet. „Das hätte er schaffen können, aber ´hätte, wenn und aber´.“ Trotz allem freute sich Arian über die Silbermedaille. Ohne ´wenn und aber´ kämpfte sich Kenneth Schöneck durch beide Tage. Erneut bewies der Shooting-Star, dass er Gesagtes direkt umsetzen kann. Der Bornhöveder lag fast auf gleicher Höhe an Endpunkten (3493 P.) mit Club-Kamerad Hannes Rohlfs (3499 P.) und dem Eutiner Jonas Neller (3502 P.). Kenneth wurde sozusagen ins ´kalte Wasser´ geworfen, zwei Tage vor dem Start musste er noch einen Crash-Kurs im Stabhochsprung absolvieren. Mit bravourösen 2,50 m sprang der Emporkömmling am höchsten, war auch im Weitsprung Spitzenreiter mit 5,23 m und durchlief die Lichtschranke nach 1000 m bei 3:16,08 min. als Sieger. Einen durchweg guten Achtkampf lieferte Hannes Rohlfs, der sich besonders über eine 4,80 m – Weite und 2,20 m-Höhe (Stab) freute. Das Wettkampfverhalten der ´Blau-Gelben´ freute auch den leitenden Landestrainer Hinrich Brockmann ebenso wie das engagierte Coaching der Trainer. Er zeigte sich angetan von der Vielzahl des Nachwuchses, haderte aber ein wenig mit dem straff angelegten Zeitplan. Ansonsten: „Mehrkampf ist Charakterschulung“, betonte Mr. Decathlon – aufgeben wegen kleiner ´Zipperlein´ sei nichts für harte Mehrkämpfer. Durchhaltevermögen sei gefragt ebenso wie das Bleiben bis zum Ende der Veranstaltung.
Eingebettet in die Mehrkampf-Veranstaltung war die Talentsichtung der B-Schüler. Sie mussten am Sonntag einen Blockwettkampf bestreiten. Lasse Prüß, Kjell Rehberg und Philipp Wudtke (alle M12) schnupperten Meisterschaftsluft. Jeder ´fightete´ bis zum Schluss und konnte auf neue Bestleistungen zurückblicken. Lasse erbrachte 1,40 m im Hochsprung und 40,5 m beim Ballwurf. Kjell Rehberg zeigte, dass er aus einer Lauf-Familie kommt. In Sprintermanier erkämpfte er sich auf der Zielgeraden in 3:22,40 min. (drittschnellster) eine Bestzeit und stand am Ende als Sechster in der Liste. Zusammen mit Philipp Wudtke reichte es in der Mannschaftswertung (5274 P.) zum fünften Platz. „Bei den Mädchen haben wir eine neue ´Wunderwaffe´ “, schmunzelte Vater Jost Rehberg erwartungsvoll. Die 13-jährige Klara Schacht vereint sowohl Sprint, Sprung und Lauf in einer Person. Nach vier anspruchsvollen Disziplinen war man gespannt auf ihre abschließenden 800 m. Sie wollte der landesschnellsten Ariane Ballner (LG Elmshorn) das Leben schwer machen. Sich in der ersten Runde an ihre Fersen heftend klaffte nach 600 m die erwartete Lücke. Trotzdem strahlten alle um die Wette: „2:37,11 min. ist eine tolle Zeit“, frohlockte Meyer, „das Anfangstempo war doch noch sehr hoch, aber erste Rennerfahrung ist jetzt da“.

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